Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Hochleistungsbrandschutz: Neue Beschichtungen für den Holzba...

Arbeitssicherheitsjournal 2009, 5

Thema: Hochleistungsbrandschutz: Neue Beschichtungen für den Holzbau
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: [keine Angabe]
Rubrik: arbeitssicherheit.profil
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2009, 5 (Heft 1)

Hochleistungsbrandschutz: Neue Beschichtungen für den Holzbau

Hochleistungsbrandschutz: Neue Beschichtungen für den Holzbau - Arbeitssicherheitsjournal 2009 Heft 1 - 5

Brandschutz für Holzbauten durch neuartige Beschichtungen.

Holz ist als Baustoff beliebt. Seine Brennbarkeit bedingt jedoch strenge Brandschutzregeln, welche der Verwendung von Holz im Gebäudebau Grenzen setzen. Herkömmliche Feuerschutzmittel, die auf schaumschicht-bildenden Stoffen oder Feuerschutzsalzen (Phosphate, Borate) beruhen, sind nur gering resistent gegen mechanische Beanspruchung oder Feuchtigkeit. Derart behandeltes Holz darf nicht der Witterung ausgesetzt werden. Die Verwendungsmöglichkeiten von Holz durch neue Technologien zu erweitern, ist Aufgabe eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) geförderten Projekts (InnoNet-Verbundvorhaben Hochleistungsbrandschutzbeschichtung), in dem mehrere Forschungsinstitute und Unternehmen zusammenarbeiten.

In diesem Verbund entwickelt die Arbeitsgruppe Brandschutz und Isolation des Fraunhofer Instituts für Chemische Technologie (ICT) zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Holzforschung (WKI) und in Kooperation mit dem Institut für Massivbau, Baustoffkunde und Brandschutz (iBMB) u.a. Hochtemperatur-Isolationsmaterialien und dämmschichtbildende Beschichtungen. Diese nur 200 μm bis 2 mm dünnen Überzüge quellen bei Hitze auf (intumeszieren) und bilden dadurch eine Schutzschicht, welche den Untergrund thermisch isoliert und eine Entzündung möglichst lange herauszögert. Durch den Zusatz keramikbildender Substanzen kann der Schaum verfestigt werden, sodass sich eine stabile Schicht bildet. Solche Hochleistungsbrandschutzbeschichtungen, die ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt wurden, müssen im Holzbau weiteren Ansprüchen standhalten: Druckstabilität, Kratz- und Abriebfestigkeit, Widerstand gegen Feuchtigkeit und nicht zuletzt Transparenz sind gefragt.

Neu entwickelt wurden im Fraunhofer WKI und ICT Beschichtungen mit einem gesteigerten Entzündungsschutz bei einer Kapselung für die Feuerwiderstandsklassen F15 und F30. Bis zur Kapselklasse K30 sind transparente Beschichtungen möglich, mit deckenden Beschichtungen auch höhere Kapselklassen. Der Glanzgrad der neuen Beschichtungen lässt sich von glänzend bis matt einstellen, auch farbige Oberflächen sind denkbar. Durch Einsatz spezieller Nano - partikel können die Fraunhofer-Forscher zudem Gebrauchseigenschaften wie Kratzfestigkeit und Transparenz verbessern. Angestrebt wird ein 60-minütiger Entzündungsschutz.

Ein spezielles Anliegen für den Gebäudebau ist zudem, dass die neuen Dämmschichten im Brandfall den Hinterlüftungsspalt von Fassaden durch ihr Aufquellen möglichst rasch verschließen, um die gefürchtete Kaminwirkung und das Ausbreiten eines Feuers in obere Etagen zu verhindern. Damit ergeben sich gerade für den mehrgeschossigen Holzbau und die Gestaltung von Holzfassaden weitere Möglichkeiten zur Nutzung des Rohstoffs Holz im Bausektor. Die neuen Beschichtungen könnten nach Auskunft des ICT bereits Ende 2009 auf den Markt kommen. (fk)