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Anhang 1 TRBS 1203, Beispiele für Anforderungen an befähigte...
Anhang 1 TRBS 1203
Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) TRBS 1203 Befähigte Personen
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) TRBS 1203 Befähigte Personen
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRBS 1203
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anhang 1 TRBS 1203 – Beispiele für Anforderungen an befähigte Personen

Zu Abschnitt 2: Beispiel Flurförderzeug

Die Anforderungen nach Abschnitt 2 erfüllen z. B. erfahrenes Instandhaltungspersonal der Herstellerfirmen oder von diesen qualifizierte befähigte Personen in den Betrieben.

Zu Abschnitt 3.1:

  1. 1.

    Anforderungen an befähigte Personen zur Prüfung einer Ex-Anlage im Sinne der TRBS 1201 Teil 1 bezüglich elektrischer Anlagen und Betriebsmittel:

    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1, 3.1 und 3.3,

    • die technische Qualifikation umfasst mindestens

      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien des Explosionsschutzes,

      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien der Zündschutzarten und der Gerätekennzeichnung,

      • Verständnis solcher Gesichtspunkte der Gerätekonstruktion, die für den Explosionsschutz wichtig sind, z. B. zünddurchschlagsichere Spalte, sicherheitstechnische Kennzeichen der Eigensicherheit, Bedeutung von Spülung und Druckhaltung,

      • Kenntnis der Konformitätsbewertungsverfahren, Kennzeichnungen für Geräte, Schutzsysteme und Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen im Sinne der Richtlinie 94/9/EG,

      • Kenntnisse der Prüfnormen,

      • Kenntnis der festgelegten Arbeitserlaubnissysteme,

      • Kenntnis der einschränkenden Bedingungen für Messungen und Mess- und Prüfmethoden in explosionsgefährdeten Bereichen,

      • Kenntnisse der Auswahl- und Errichtungsanforderungen der zutreffenden Normen.

    Die technische Qualifikation kann nur Teilgebiete umfassen. In diesem Fall ist die Prüfaufgabe entsprechend zu beschränken. Teilgebiete können sein: Staub- oder Gasbereich, Zündschutzarten, Zonen oder bestimmte Geräte und Spannungsebenen.

  2. 2.

    Anforderungen an befähigte Personen zur Prüfung einer Ex-Anlage im Sinne der TRBS 1201 Teil 1 bezüglich mechanischer Anlagen und Betriebsmittel:

    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.1, z.B. Maschinenschlosser, Industriemechaniker oder vergleichbar,

    • die notwendige Qualifikation umfasst mindestens

      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien des Explosionsschutzes,

      • Verständnis der allgemeinen Prinzipien der Zündschutzarten und der Gerätekennzeichnung,

      • Verständnis solcher Gesichtspunkte der Gerätekonstruktion und der Betriebsanleitung, die für den Explosionsschutz wichtig sind, z. B. Flüssigkeitskapselung, konstruktive Sicherheit, Zündquellenüberwachung,

      • Kenntnis der Konformitätsbewertungsverfahren, Kennzeichnungen für Geräte Schutzsysteme und Sicherheits-, Kontroll- oder Regelvorrichtungen im Sinne der Richtlinie 94/9/EG,

      • Kenntnis der festgelegten Arbeitserlaubnissysteme,

      • Kenntnis des Standes der Technik über Montage, Installation und Prüfmethoden,

      • Kenntnis der einschränkenden Bedingungen für Messungen und Mess- und Prüfmethoden in explosionsgefährdeten Bereichen.

    Die technische Qualifikation kann nur Teilgebiete umfassen. In diesem Fall ist die Prüfaufgabe entsprechend zu beschränken. Teilgebiete können sein: Staub- oder Gasbereich, Zündschutzarten, Zonen oder bestimmte Geräte.

  3. 3.

    Anforderungen an befähigte Personen zur Überprüfung der Arbeitsplätze einschließlich der Arbeitsumgebung und Arbeitsmittel nach Anhang 4 Nr. 3.8 BetrSichV:

    • Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.1,

    • für die notwendige Qualifikation sind umfassende Kenntnisse zu den Prüfpunkten des Abschnitts 5 und Anhangs der TRBS 1201 Teil 1 erforderlich, insbesondere

      • Verständnis der relevanten Technik und Verfahren,

      • Verständnis der Prinzipien und Techniken des Explosionsschutzes und der konkreten Verfahrensabläufe,

      • Verständnis der Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung und zur Erstellung von Explosionsschutzdokumenten,

      • Verständnis der Richtlinien 94/9/EG und 1999/92/EG,

      • Kenntnisse der Regelungen zum Explosionsschutz aus der Richtlinie 2006/42/EG,

      • Kenntnisse der für den Prüfgegenstand zutreffenden Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung und des technischen Regelwerkes sowie weiterer staatlicher Arbeitsschutzvorschriften für den betrieblichen Arbeitsschutz (z. B. ArbSchG, GefStoffV), einschließlich der technischen Regelwerke sowie Vorschriften mit Anforderungen an die Beschaffenheit (z. B. ProdSG, einschlägige ProdSV), Regelungen der Unfallversicherungsträger und anderen Regelungen (z. B. Normen, anerkannte Prüfgrundsätze),

      • Verständnis und Fähigkeit, technische Zeichnungen, wie R&I-Fließbilder zu lesen und zu bewerten,

      • Kenntnisse der Arbeitsabläufe und Verständnis der für den Explosionsschutz relevanten sicherheitstechnischen Kenngrößen und wichtigen Normen,

      • die erforderlichen Kenntnisse zu den notwendigen Prüfungen und Prüfinhalten, z. B. Prüfung der Wirksamkeit von Lüftungsanlagen oder Inertisierungsanlagen oder der Funktion bei Gaswarneinrichtungen,

      • sofern notwendig, Kompetenz in der Auswahl des für sie tätigen Prüfpersonals.

Zu Abschnitt 3.2:

  1. 1.

    Anforderungen an befähigte Personen, die Prüfungen an Dampfkesseln, Druckbehältern und Rohrleitungen durchführen sollen, sofern diese nicht nach den §§ 14, 15 und 17 BetrSichV ausschließlich durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prüfen sind:

    Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.2.

    Berufserfahrung:

    • als Handwerker oder Techniker mindestens einjährige Erfahrung mit der Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Anlagen oder Anlagenteile,

    • bei einem abgeschlossenen Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium mindestens einjährige Erfahrung in der Konstruktion oder Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Anlagen oder Anlagenteile.

    notwendige Kenntnisse:

    • anzuwendende Rechtsvorschriften (ProdSG, Druckgeräteverordnung, Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, Verordnung über einfache Druckbehälter, Richtlinie für einfache Druckbehälter 2009/105/EG, BetrSichV),

    • Aufbau und Inhalt der zutreffenden technischen Regelwerke (TRBS, Herstellungsregelwerke), Regelungen der Unfallversicherungsträger, einschlägige Normen und Hinweise der Hersteller,

    • Werkstoff-, Berechnungs- und Schweißverfahren, besondere Beanspruchungen (z. B. Lastwechsel),

    • Ausrüstung der Druckanlagen einschließlich der Einrichtungen, die für den sicheren Betrieb notwendig sind (Absicherungskonzepte),

    • Aufstellung und Betrieb von Druckanlagen,

    • Prüfungen vor Inbetriebnahme, nach Änderungen oder außergewöhnlichen Ereignissen, wiederkehrende Prüfungen, Prüfungen besonderer Druckgeräte,

    • sicherheitstechnische Bewertung oder Gefährdungsbeurteilung, Prüffristen,

    • Prüfung von Alt-1) und Neuanlagen

    • Prüftätigkeiten und Prüfabläufe, Prüfverfahren einschließlich Bewertung der Ergebnisse, Dokumentation,

    • Schaden verursachende Einflüsse, Schadensbilder, Betriebspraxis.

  2. 2.

    Anforderungen an befähigte Personen, die Schlauchleitungen prüfen sollen, sofern diese nicht nach den §§ 14, 15 und 17 BetrSichV ausschließlich durch eine zugelassene Überwachungsstelle zu prüfen sind: Berufsausbildung entsprechend Abschnitt 2.1 und 3.2. Berufserfahrung:

    • als Handwerker oder Techniker mindestens einjährige Erfahrung mit der Herstellung oder Instandhaltung von Schlauchleitungen,

    • bei einem abgeschlossenen Ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium mindestens einjährige Erfahrung in der Konstruktion oder Herstellung oder Instandhaltung der zu prüfenden Schlauchleitungen.

    notwendige Kenntnisse:

    • anzuwendende Rechtsvorschriften (ProdSG, Druckgeräteverordnung, Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, BetrSichV),

    • Aufbau und Inhalt der zutreffenden technischen Regelwerke (TRBS, Herstellungsregelwerke), Regelungen der Unfallversicherungsträger,

    • Herstellungsverfahren, besondere Beanspruchungen (z. B. mechanische Beanspruchung, Biegung, Chemikalienangriff), spezifische Anforderungen (z. B. Ableitfähigkeit),

    • Aufbau, Einbindung, Leitungsherstellung, Kupplungen, Verwendung von Schlauchleitungen (An- oder Abkoppelung, Entleerung, Entlastung, Aufbewahrung),

    • Prüfungen vor Inbetriebnahme, nach Änderungen oder außergewöhnlichen Ereignissen, wiederkehrende Prüfungen,

    • sicherheitstechnische Bewertung oder Gefährdungsbeurteilung,

    • Prüffristen, Prüftätigkeiten und Prüfabläufe, Prüfverfahren einschließlich Bewertung der Ergebnisse, Dokumentation,

    • Schäden verursachende Einflüsse, Schadensbilder, Betriebspraxis.

1) Amtl. Anm.:

Altanlagen = Anlagen, die bis zum 1.1.2003 nach der DruckbehV oder der DampfkV in Betrieb genommen wurden.