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Anhang 2 RL 2006/25, Laserstrahlung
Anhang 2 RL 2006/25
Richtlinie 2006/25/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2006 über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (künstliche optische Strahlung) (19. Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG) 
EU-Recht

Anhangteil

Titel: Richtlinie 2006/25/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. April 2006 über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (künstliche optische Strahlung) (19. Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG) 
Normgeber: EU
Redaktionelle Abkürzung: RL 2006/25
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Richtlinie

Anhang 2 RL 2006/25 – Laserstrahlung

ANHANG II

Die biophysikalisch relevanten Expositionswerte für optische Strahlung lassen sich anhand der nachstehenden Formeln bestimmen. Welche Formel zu verwenden ist, hängt von der Wellenlänge und der Dauer der von der Quelle ausgehenden Strahlung ab; die Ergebnisse sind mit den entsprechenden Emissionsgrenzwerten (EGW) der Tabellen 2.2 bis 2.4 zu vergleichen. Für die jeweilige Laserstrahlenquelle können mehrere Expositionswerte und entsprechende Expositionsgrenzwerte relevant sein.

Die in den Tabellen 2.2 bis 2.4 als Berechnungsfaktoren verwendeten Koeffizienten sind in Tabelle 2.5, die Korrekturfaktoren für wiederholte Exposition sind in Tabelle 2.6 aufgeführt.

Anmerkungen:

dP Leistung, ausgedrückt in Watt [W];

dA Fläche, ausgedrückt in Quadratmetern [m2];

E (t), E Bestrahlungsstärke oder Leistungsdichte: die auf eine Fläche einfallende Strahlungsleistung je Flächeneinheit, üblicherweise ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter [W m-2]; die Werte E(t) und E werden aus Messungen gewonnen oder können vom Hersteller der Arbeitsmittel angegeben werden;

H Bestrahlung: das Integral der Bestrahlungsstärke über die Zeit, ausgedrückt in Joule pro Quadratmeter [J m-2];

t Zeit, Dauer der Exposition, ausgedrückt in Sekunden [s];

λ Wellenlänge, ausgedrückt in Nanometern [nm];

γ Grenzempfangswinkel, ausgedrückt in Milliradian [mrad];

γm Messempfangswinkel, ausgedrückt in Milliradian [mrad];

α Winkelausdehnung einer Quelle, ausgedrückt in Milliradian [mrad];

  Grenzblende: die kreisförmige Fläche, über die Bestrahlungsstärke und Bestrahlung gemittelt werden;

G integrierte Strahldichte: das Integral der Strahldichte über eine bestimmte Expositionsdauer, ausgedrückt als Strahlungsenergie je Flächeneinheit einer Abstrahlfläche je Einheitsraumwinkel der Emission, ausgedrückt in Joule pro Quadratmeter pro Steradiant [J m-2 sr -1].

Tabelle 2.1

Strahlungsgefährdung

Wellenlänge [nm] λStrahlungsbereichBetroffenes OrganGefährdungTabelle für den Expositionsgrenzwert
180 bis 400UVAugePhotochemische Schädigung und thermische Schädigung2.2, 2.3
180 bis 400UVHautErythem2.4
400 bis 700sichtbarAugeNetzhautschädigung2.2
400 bis 600sichtbarAugePhotochemische Schädigung2.3
400 bis 700sichtbarHautThermische Schädigung2.4
700 bis 1400IR-AAugeThermische Schädigung2.2, 2.3
700 bis 1400IR-AHautThermische Schädigung2.4
1400 bis 2600IR-BAugeThermische Schädigung2.2
2600 bis 106IR-CAugeThermische Schädigung2.2
1400 bis 106IR-B, IR-CAugeThermische Schädigung2.3
1400 bis 106IR-B, IR-CHautThermische Schädigung2.4

Tabelle 2.2

Grenzwerte für die Exposition des Auges gegenüber - Laserstrahlen Kurze Expositionsdauer < 10 s

Tabelle 2.3

Grenzwerte für die Exposition des Auges gegenüber - Laserstrahlen Lange Expositionsdauer ≥ 10 s

Tabelle 2.4

Grenzwerte für die Exposition der Haut gegenüber Laserstrahlen

Tabelle 2.5

Korrekturfaktoren und sonstige Berechnungsparameter

Parameter nach ICNIRPGültiger Spektralbereich (nm)Wert

 λ < 700CA = 1,0
CA 700 - 1.050CA = 100,002(λ - 700)
 1.050 - 1.400CA = 5,0
   
CB 400 - 450CB = 1,0
 450 - 700CB = 100,02(λ - 450)
   
 700 - 1.150CC = 1,0
CC 1.150 - 1.200CC = 100,018(λ - 1150)
 1.200 - 1.400CC = 8,0
   
 λ < 450T1 = 10 s
T1 450 - 500T1 = 10 · [10 0,02 (λ - 450)]] s
 λ > 500T1 = 100 s
  
Parameter nach ICNIRPBiologische WirkungWert
αmin Alle thermischen Wirkungenαmin = 1,5 mrad
Parameter nach ICNIRPGültiger Winkelbereich (mrad)Wert
   
 α < αmin CE = 1,0
CE αmin < α < 100CE = α/αmin
 α > 100CE = α2/(αmin · αmax) mrad bei αmax = 100 mrad
   
 α < 1,5T2 = 10 s
T2 1,5 < α < 100T2 = 10 · [10 (α - 1,5) / 98,5] s
 α > 100T2 = 100 s
   
Parameter nach ICNIRPGültige Expositionsdauer (s)Wert
   
 t ≤ 100γ = 11 [mrad]
γ100 < t < 104 γ = 1,1 t 0,5 [mrad]
 t > 104 γ = 110 [mrad]

Tabelle 2.6

Korrektur bei wiederholter Exposition

Jede der drei folgenden allgemeinen Regeln ist bei allen wiederholten Expositionen anzuwenden, die bei wiederholt gepulster oder modulierter Laserstrahlung auftreten:

  1. 1.

    Die Exposition gegenüber jedem einzelnen Impuls einer Impulsfolge darf den Expositionsgrenzwert für einen Einzelimpuls dieser Impulsdauer nicht überschreiten.

  2. 2.

    Die Exposition gegenüber einer Impulsgruppe (oder einer Untergruppe von Impulsen in einer Impulsfolge) innerhalb des Zeitraums t darf den Expositionsgrenzwert für die Zeit t nicht überschreiten.

  3. 3.

    Die Exposition gegenüber jedem einzelnen Impuls in einer Impulsgruppe darf den Expositionsgrenzwert für den Einzelimpuls, multipliziert mit einem für die kumulierte thermische Wirkung geltenden Korrekturfaktor Cp = N-0,25 nicht überschreiten (wobei N die Zahl der Impulse ist). Diese Regel gilt nur für Expositionsgrenzwerte zum Schutz gegen thermische Schädigung, wobei alle in weniger als Tmin erzeugten Impulse als einzelner Impuls behandelt werden.

ParameterGültiger Spektralbereich (nm)Wert
 315 < λ ≤ 400Tmin = 10 -9 s (= 1 ns)
 400 < λ ≤ 1.050Tmin = 18 . 10 -6 s (= 18 μs)
 1.050 < λ ≤ 1.400Tmin = 50 . 10 -6 s (= 50 μs)
Tmin 1.400 < λ ≤ 1.500Tmin = 10 -3 s (= 1 ms)
 1.500 < λ ≤ 1.800Tmin = 10 s
 1.800 < λ ≤ 2.600Tmin = 10 -3 s (= 1 ms)
 2.600 < λ ≤ 10 6 Tmin = 10 -7 s (= 100 ns)

ERKLÄRUNG DES RATES

Erklärung des Rates zur Verwendung des Wortes "penalties" in der englischen Fassung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft

Nach Ansicht des Rates wird das Wort "penalties" in der englischen Fassung von Rechtsinstrumenten der Europäischen Gemeinschaft in einer neutralen Bedeutung verwendet und bezieht sich nicht speziell auf strafrechtliche Sanktionen; es kann auch administrative oder finanzielle Sanktionen sowie andere Arten von Sanktionen umfassen. Werden die Mitgliedstaaten im Rahmen eines Rechtsakts der Gemeinschaft verpflichtet, "penalties" festzulegen, so ist es ihre Aufgabe, die geeignete Art von Sanktionen im Einklang mit der Rechtsprechung des EuGH zu wählen.

In der Sprachendatenbank der Gemeinschaft wird das Wort "penalties" in einigen anderen Sprachen wie folgt übersetzt:

Tschechisch: "sankce", Spanisch: "sanciones", Dänisch: "sanktioner", Deutsch: "Sanktionen", Estnisch: "sanktsioonid", Französisch: "sanctions", Griechisch: "κυρώσεις ",Ungarisch: "jogkövetkezmnyek", Italienisch: "sanzioni", Lettisch: "sankcijas", Litauisch: "sankcijos", Maltesisch: "penali", Niederländisch: "sancties", Polnisch: "sankcje", Portugiesisch: "sanes", Slowenisch: "kazni", Slowakisch: "sankcie", Finnisch: "seuraamukset" und Schwedisch: "sanktioner".

Wenn in der überarbeiteten englischen Fassung eines Rechtsinstruments das ursprünglich verwendete Wort "sanctions" durch das Wort "penalties" ersetzt wird, so stellt dies keine wesentliche Änderung dar.