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Anlage 1 TRGS 528, Glossar
Anlage 1 TRGS 528
Technische Regeln für Gefahrstoffe - Schweißtechnische Arbeiten (TRGS 528)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Gefahrstoffe - Schweißtechnische Arbeiten (TRGS 528)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRGS 528
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anlage 1 TRGS 528 – Glossar

Anlage 1 zu TRGS 528

Verfahrensbezeichnung Erläuterung
UP-SchweißenBeim Unterpulverschweißen werden ein Metalldraht oder mehrere als Elektrode im Lichtbogen, der sich zwischen dem Drahtende und dem Werkstück bildet, unter Pulverabdeckung abgeschmolzen. Das Verfahren lässt sich nur mechanisiert und ausschließlich in waagerechter Schweißposition ausführen. Durch die Pulverabdeckung des Lichtbogens kommt es nur zu geringen Gefahrstoffemissionen. Nach Durchführung der Schweißung wird das Pulver abgesaugt.
Gasschweißen
(Autogenverfahren)
Als Energieträger wird beim Gas-Schmelzschweißen in der Regel Acetylen als Brenngas mit Sauerstoff eingesetzt. Der Schweißzusatzwerkstoff - blanker Draht - wird separat zugeführt und in der Schweißflamme bei einer Temperatur von ca. 3.100 ˚ C abgeschmolzen.
WIG-SchweißenDas Wolfram-Inertgasschweißen (WIG) ist ein Schutzgasschweißverfahren, bei dem der Lichtbogen zwischen dem Werkstück und einer Wolframelektrode in einem inerten Gas brennt. Aufgrund des hohen Schmelzpunktes von Wolfram, schmilzt die Elektrode nicht ab. Als Schutzgase werden Argon, Helium oder deren Gemische eingesetzt. Das WIG-Schweißverfahren kann mit oder ohne Schweißzusatzwerkstoff eingesetzt werden. Die Zufuhr des Zusatzwerkstoffes geschieht in der Regel von Hand. Mit diesem Schweißverfahren lassen sich viele Nahtarten in allen Positionen herstellen. Zur Anwendung kommt Gleich- oder Wechselstrom. Die schweißbaren Werkstückdicken reichen bei Stahl bis ca. vier mm und bei Aluminium bis ca. fünf mm.
MAG-Schweißen
(Massivdraht)
mit Schutzgas
Das Metall-Aktivgasschweißen (MAG) ist ein Schutzgasschweißverfahren, bei dem der Lichtbogen zwischen einer abschmelzenden Drahtelektrode und dem Werkstück in einer Schutzgasatmosphäre brennt. Die Drahtelektrode wird als Schweißzusatzwerkstoff mit einem Drahtvorschubgerät adäquat zur Abschmelzgeschwindigkeit kontinuierlich nachgefördert. Als Schutzgase werden üblicherweise Argon-Kohlendioxid-Gemische verwendet. Das MAG-Verfahren eignet sich insbesondere zum Schweißen von un- und niedriglegierten sowie hochlegierten Stählen.
MAG-Schweißen
(Fülldraht)
mit/ohne Schutzgas
Beim MAG-Schweißen kommen zunehmend auch Fülldrähte zur Anwendung. Fülldrähte sind "rohrförmige" Schweißdrähte, die mit Pulver gefüllt sind, die entweder die Eigenschaften der Umhüllung von Stabelektroden aufweisen oder andere Merkmale der Schweißung verbessern. Das Verfahren kann sowohl mit als auch ohne Zugabe von Schweißschutzgasen (selbstschützende Fülldrähte) angewendet werden. Bei den letzteren schmilzt das Pulver und bildet eine gasförmige Schutzglocke über dem Schmelzbad. Die entstehende Schlacke muss entfernt werden.
MIG-MAG-Schweißen
(energiearmes Schutz-
gasschweißen)
Für dünne Bleche oder wärmeempfindliche Legierungen werden zunehmend impulsgesteuerte MIG/MAG-Kurzlichtbogenprozesse eingesetzt, die durch Steuerung der Stromimpulse die eingebrachte Wärmemenge bei sicherer Schmelzschweißverbindung minimieren.
MIG-SchweißenDas Metall-Inertgasschweißen (MIG) ist mit dem MAG-Schweißen eng verwandt; als Schutzgase werden jedoch inerte Gase wie z.B. Argon, Helium oder deren Gemische eingesetzt. Der Prozess wird insbesondere zum Schweißen von NE-Metallen genutzt.
LBH-SchweißenBeim Lichtbogen-Handschweißen (LBH) werden Rutil-, kalkbasisch- oder sauerumhüllte Stabelektroden im Lichtbogen abgeschmolzen. Die Umhüllung hat sowohl metallurgische (Zulegierung von Legierungselementen) wie auch verfahrenstechnische Aufgaben (Ausbildung einer Schutzatmosphäre über der Schmelze, Stabilisierung und Ausrichtung des Lichtbogens). Das Abschmelzen der Umhüllung führt zur Bildung von Schlacke, die nach dem Schweißvorgang von der Schweißnaht zu entfernen ist.
WiderstandsschweißenDas Widerstandsschweißen ist ein mechanisiertes elektrisches Schweißverfahren insbesondere zum Verbinden von dünnwandigen Werkstücken wie z. B. Feinblechen. Die Werkstücke werden zunächst mit einer Schweißzange oder Rollen zusammen gepresst. Durch Anlegen eines Stromimpulses an den Elektroden der Schweißzange werden die Werkstücke punktuell im Bereich der Elektroden erwärmt und verschmelzen unter dem von der Schweißzange ausgeübten Druck miteinander.
Laserstrahlschweißen
mit und ohne Zusatz-
werkstoff
Laserstrahlschweißen ist ein Schweißverfahren, bei dem die erforderliche Wärme mit einem Laserstrahl erzeugt wird. Der Laserstrahl dringt in die Werkstoffoberfläche ein, wobei die Energie des Lasers im Werkstoff absorbiert, in Wärme umgewandelt und für den Schweiß- oder Schneidprozess verwendet wird. Es werden vor allem CO2-Laser und Nd:YAG-Laser eingesetzt.
LötenFügeverfahren zum Verbinden verschiedener metallischer Werkstoffe mithilfe eines geschmolzenen Zusatzmetalls (Lot), dessen Schmelztemperatur unterhalb derjenigen der Grundwerkstoffe liegt; die Grundwerkstoffe werden benetzt, ohne geschmolzen zu werden. Teilweise wird unter Zusatz von pasten- oder pulverförmigen Flussmitteln gearbeitet, die die Werkstückoberfläche reinigen, die Benetzbarkeit verbessern und die Bildung von Oberflächenfilmen verhindern sollen. Beim Weichlöten schmilzt das Lot bei Arbeitstemperaturen unterhalb 450 ˚C, beim Hartlöten über 450 ˚C. Nach Art der Lötstelle unterscheidet man Verbindungslöten oder Auftraglöten.
Autogenes Brenn-
schneiden
Unter Verwendung von Brenngasen (meistens Acetylen, aber auch Propan, Butan oder deren Gemische) und Sauerstoff oder Luft wird das Material entlang einer Brennfuge auf eine Temperatur erwärmt, die höher ist als die Zündtemperatur des Werkstoffes (für niedriglegierte Stähle: ca. 1.050 ˚C). Danach wird der unter hohem Druck befindliche Schneidsauerstoff zugeschaltet. Damit wird das Material in der Brennfuge verbrannt und ausgetrieben. Mittels Brennschneiden können nur un- bzw. niedriglegierte Stähle (Baustähle wie z.B. S235JRG3, S355J2G3) geschnitten werden.
MetallspritzverfahrenFlamm-, Lichtbogen- bzw. Plasmaspritzen sind Verfahren, um die Oberflächen metallischer Werkstücke durch Aufspritzen einer Metallschicht zu beschichten. Der Spritz-Zusatzwerkstoff wird in Form von Pulvern oder Stäben einer Düse zugeführt. In der Düse wird er in der Flamme eines Brenngas-/Luft- bzw. Brenngas-/Sauerstoffgemisches, in einem Lichtbogen oder in einem Plasma aufgeschmolzen und in einem Trägergasstrom unter hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche des zu beschichtenden Werkstückes gespritzt. In der Regel kommen hochnickel- oder chromhaltige Spritz-Zusatzwerkstoffe zum Einsatz, um den Werkstückoberflächen spezielle technische Eigenschaften wie z.B. hohe Verschleißfestigkeit, Korrosions- oder Hochtemperaturbeständigkeit zu verleihen.

Literatur:

[1] Handbuch der Schweißverfahren, Teil I: Lichtbogenschweißverfahren Fachbuchreihe Schweißtechnik Band 76/I R. Killing ISBN: 978-3-87155-184-0

[2] DIN EN 14610 Schweißen und verwandte Prozesse - Begriffe für Metallschweißprozesse; Dreisprachige Fassung EN 14610:2004; Ausgabe: 2005-02

[3] DIN 1910-100 Schweißen und verwandte Prozesse - Begriffe - Teil 100: Metallschweißprozesse mit Ergänzungen zu DIN EN 14610:2005, Ausgabe: 2008-02