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Anhang 1 TRD 450, Sicherheitsdatenblatt
Anhang 1 TRD 450
Technische Regeln für Dampfkessel Anlagen zur Lagerung von druckverflüssigtem Ammoniak für Dampfkesselanlagen Allgemeines (TRD 450 )
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Dampfkessel Anlagen zur Lagerung von druckverflüssigtem Ammoniak für Dampfkesselanlagen Allgemeines (TRD 450 )
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRD 450
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anhang 1 TRD 450 – Sicherheitsdatenblatt (1)

(1) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)

Firma:

Handelsname: Ammoniak

1Chemische Angaben 
1.1Chemische Charakterisierung:
Ammoniak, wasserfrei NH3

CAS 7664-41-7
1.2Form:unter Druck verflüssigtes Gas
1.3Farbe:farblos
1.4Geruch:charakteristisch stechend
2Physikalische und sicherheitstechnische Angaben geprüft nach: 
2.1Zustandsänderung
Schmelztemperatur:
Siedetemperatur:

- 77,7 C bei 1,013 bar
- 33,4 C bei 1,013 bar
2.2Dichte: (-33,4 C)0,682 kg/l Flüssigkeit bei 1,013 bar
 (0 C)0,771 kg/m3 Gas (bei 1,013 bar)
2.3Dampfdruck:(20 C)8,57 103 mbar
 (50C)20,34 103 mbar
2.4Viskosität:(0 C)Gas 9,417 10-6 Ns/m2 (bei 4,3 bar)
  Flüssigkeit 0,184 10-3 Ns/m2 (bei 4,3 bar)
2.5Löslichkeit in Wasser:(20 C)517 g/l
 in(30C)407 g/l
2.6pH-Wertin wäßriger Lösung, siehe Salmiakgeist
2.7Flammpunkt:entfällt
2.8Zündtemperatur:nach DIN 51794 651 C
2.9Explosionsgrenzen:untere: 16 Vol.%
obere: 27 Vol.% NH3 bei 0 C, 1,013 bar
2.10Thermische Zersetzung:> 450 C
2.11Gefährliche Zersetzungsprodukte:Wasserstoff
2.12Gefährliche Reaktionen:Mit Säuren heftige Neutralisationsreaktion. Mit Wasser Lösungswärme bis ca. 36 kJ/Mol NH3
2.13Weitere Angaben:Greift Kupfer, Zink und deren Legierungen an. Bei ferritischen Stählen: Spannungsrißkorrosion möglich Elektr. Leitfähigkeit NH3 flg.-techn. (-35 C) 3 10-3 Ohm cm-1

3 Transport

GGVSee/IMDG-Code:2*)
GGVE/GGVS:2,3 at )
UN-Nr.:1005
RID/ADR:2, 3 at )
IATA-DGR:1005
ADNR:Sonderregelung
Sonstige Angaben: 
*) MF AG 725EMS 2-08

4 Vorschriften

Ammoniak ist als Gas nach § 2 Abs. (5) 2 der GefStoffV nicht bzw. nur in Ausnahmefällen kennzeichnungspflichtig. Dies gilt auch nach entsprechenden EG-Richtlinien.

Im Anhang VI der GefStoffV ist jedoch unter EG-Nr. 007-001-00-5 folgende Kennzeichnung vorgegeben:

Gefahrensymbol: T R-Sätze: 10-23 S-Sätze: 7/9-16-38

MAK-Wert: 50 ml/m3 (ppm) bzw. 35 mg/m3 Spitzenbegr.: Kat. I

Technische Regeln Druckgase (TRG)

Technische Regeln Druckbehälter (TRB)

VBG 61 "Gase"

Katalog wassergefährdender Stoffe vom 15.04. 1985 (WGK 2)

5 Schutzmaßnahmen, Lagerung und Handhabung

5.1Technische Schutzmaßnahmen
Lagerung in Druckbehältern. Erwärmung vermeiden (Druckanstieg, Berstgefahr). Lagerraum gut belüften. Nicht mit Säuren zusammenlagern. Sprühwasserinstallationen vorsehen
5.2Persönliche Schutzausrüstung:
Atemschutz: K-Filter grün
Handschutz: Gummi-Handschuhe
Augenschutz: dicht schließende Schutzbrille
Andere: ggf. gasdichter Schutzanzug mit unabhängigem Atemschutz
5.3Arbeitshygiene:
Hautkontakt mit flüssigem Ammoniak unbedingt vermeiden. Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort ausziehen. Von Nahrungsmitteln und Futtermitteln fernhalten
5.4Brand- und Explosionsschutz:
Kein Feuer - nicht rauchen - Zündquellen fernhalten.
Ammoniakdämpfe können mit Luft explosionsfähige Gemische bilden, insbesondere in Behältern; im Freien bilden sich diese erfahrungsgemäß nicht
5.5Entsorgung:
Nach den jeweiligen Vorschriften der örtlichen Behörden.
Trink- und Flußwassergefährdung siehe 8. Angaben zur Ökologie

6 Maßnahmen bei Unfällen und Bränden

6.1Nach Verschütten/Auslaufen/Gasaustritt: Gefahrenstelle sichern. Windrichtung beachten. Schutzkleidung verwenden, Dämpfe mit Wassersprühstrahl niederschlagen. Ammoniakwasser nicht in Kanalisation oder Gewässer gelangen lassen. Mit viel Wasser wegspülen, nach Möglichkeit neutralisieren
6.2Löschmittel:
Geeignete: Bei Brand in der Umgebung übliche Löschmittel benutzen.
Nicht zu verwenden: Direkte Einwirkung von Wasser auf flüssiges Ammoniak vermeiden, sonst erhöhte Verdampfung. Behälter aus Brandbereich entfernen, anderenfalls mit Wasser kühlen
6.3Erste Hilfe:
Frischluft, benetzte Kleidung entfernen. Bei Einwirkung höherer Gaskonzentrationen oder Ammoniak - flüssig sofortige Arzthilfe.
Haut: Mit viel Wasser abspülen; steriler Schutzverband.
Augen: 15 Min. mit fließendem Wasser ausspülen.
Verschlucken: Wasser nachtrinken lassen.
Einatmen: Auxiloson-(R)-Spray einatmen lassen. Bei Bewußtlosigkeit Lagerung und Transport in Seitenlage, ggf. Atemspende
6.4Weitere Angeben
Im Freien keine Explosionsgefahr, Bergungsarbeiten nicht wegen rbeiten nicht wegen Ammoniak in Luft einstellen,

7 Angaben zur Toxikologie

Flüssiges Ammoniak verursacht schwere Verätzungen. Gasförmiges ..Ammoniak kann je nach Konzentration zu starken Reizungen oder Schädigungen der Augen und Atemwege führen: Erstickungsgefahr. Lungenödem möglich. Wegen des stechenden Geruchs (Geruchsschwelle 5-10 ppm) beginnt die Gefährdung im allgemeinen erst über der Erträglichkeitsgrenze (50 - 1000 ppm).

8 Angaben zur Ökologie

  • Wäßrige Ammoniaklösung kann Störungen der Biologie von Kläranlagen bewirken (pH-Wert).

  • LC50 (96 Std.) Regenbogenforelle (Salmo gairdnerie): Bereich aus mehreren Untersuchungen 0,16-1,1 mg NH3/1. Die LC50-Werte für 12 und 35 Tage liegen für die Regenbogenforelle in der gleichen Größenordnung.

  • LC50 (96 Std.) Amerikan. Dickkopfelkitze (Pimephales promelas): Bereich aus 29 Versuchen 0,75-3,4 mg NH3/I.

  • LC50 (96 Std.) Amerikan. Sonnenbarsch (Lepo mis macrochirus): Bereich aus mehreren Versuchen 0,26-4,6 mg NH3/l.

Die Toxizität von Ammoniak für Fische ist eine Funktion des pH und somit der Konzentration von undissoziiertem Ammoniak im Wasser.

Quelle: "Ammoniak", WHO Environmental Health Criteria 54, Genf 1986.