Technische Regeln für Gefahrstoffe Gefährdung durch Hautkontakt Ermittlung, Beur...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Anlage 6 TRGS 401, Beispiele für Lösungen zur Verringerung b...
Anlage 6 TRGS 401
Technische Regeln für Gefahrstoffe Gefährdung durch Hautkontakt Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen (TRGS 401)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Gefahrstoffe Gefährdung durch Hautkontakt Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen (TRGS 401)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRGS 401
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anlage 6 TRGS 401 – Beispiele für Lösungen zur Verringerung bzw. Verhinderung von Hautkontakt

VorgangBrancheTechnische/Organisatorische Lösung
ReinigungAllgemeinArbeitsplätze und Arbeitsbereiche, in welchen mit einer Freisetzung von oder Verunreinigung mit Stoffen im Sinne dieser TRGS gerechnet werden muss (z. B. Eingabe- und Abfüllstellen, Wiege- und Mischarbeitsplätze, Lagerräume) sind so zu gestalten, dass sie leicht gereinigt werden können.
  Es sind geeignete Adsorptionsmittel und/oder Industriestaubsauger mindestens Staubklasse M vorzuhalten und zu verwenden. Die Art der Reinigung, das/die Reinigungsmittel sowie das Reinigungsverfahren ist schriftlich festzulegen, z. B. in einer Arbeitsanweisung.
 Druckindustrie: Offsetdruck, Tiefdruck, Siebdruck, Etikettendruck, FlexodruckVerwendung automatischer Anlagen, z. B: Zylinderwascheinrichtungen, Teilewaschanlagen, Siebwasch- und Entschichtungsanlagen
 verschiedene IndustriebranchenReinigung von Sieben und Filtern durch automatisiertes Gegenspülen (anstatt manuelles Siebziehen und Reinigen)
 AbfüllanlagenFass- und Flaschenreinigungsanlagen in vollautomatisierter, geschlossener Ausführung
Ein-/Ab-/Umfüllen, Mischen/Lagern von StoffenAllgemeinVerwendung von Stoffen und Zubereitungen in expositionsarmer Verwendungsform. Hierzu gehören: Pellets, Granulate, pastöse Massen, Lösungen, Portionsbeutel, Kunststoffummantelungen aber auch die Abgabe in verlorenen Verpackungen, die unmittelbar in den Verarbeitungsprozess eingebracht werden können.
  Bei der Herstellung (Anmischen) von gebrauchsfertigen Lösungen (z. B. Kühlschmierstoffe, Desinfektions-, Konservierungs- und Reinigungsmittel) ist die exakte Dosierung sicherzustellen.
  Zum Befüllen von Behältern mit Flüssigkeiten (Säuren, Laugen, Lösemittel) oder Feststoffen sollten möglichst geschlossene und/oder automatisierte Befüllsysteme verwendet werden (Fasskippvorrichtungen statt Fasspumpen, geschlossene Dosierschnecken, Zellenradschleusen, pneumatische Fördereinrichtungen, Betreiben von Sackaufreißmaschinen in einer Schleuse, automatisierte Sackabfüllung durch z. B. automatisches Entnehmen von Kunststoffsäcken von einer Folienrolle, Befüllung, Zuschweißen, Stapeln).
  Bei Teilmengenentnahme sind wieder verschließbare Behälter einzusetzen. Unmittelbar nach Gebrauch sind die Behälter erneut dicht zu schließen.
  Das Entleeren von Feststoffen aus Bigbags hat mit einem speziell abgedichteten Andocksystem zu erfolgen.
  Produktreste auf dem Gebinde sind zu vermeiden, ggf. hat die Reinigung an der Entnahmestelle zu erfolgen.
  In Lagerräumen sind keine Abfüll-, Umfüll- und ähnliche Tätigkeiten zu verrichten. Muss aus betrieblichen Gründen davon abgewichen werden, sind Schutzmaßnahmen zu treffen (s. Befüllsysteme).
  Beim Lagern ist auf die Stapelhöhe und die Sicherung gegen Herabfallen zu achten. Es sollten möglichst die Originalbehälter verwendet werden.
 Apotheken, Arzt/TierarztpraxenVerwendung sicherer Überleitungssysteme mit Druckausgleich bei der Zubereitung von Arzneimitteln
 ApothekenVerwendung von Rührsystemen, bei denen das Mischgefäß zugleich das Abgabegefäß ist, für die Individualrezeptur von Salben
 FriseurhandwerkVerwendung von Mischapplikatoren und Portionsspendern zur Verdünnung von Konzentraten
 Baugewerbe, ElektroindustrieBereitstellung von Mehr-Komponenten-Beschichtungen und Klebstoffen in Kombinationsgebinden anstatt in getrennten Gebinden, Verwendung von Mehrkammerbeuteln
 LaborBenutzung von Pipettierhilfen und "Dispensern" für Laborflaschen
 LaborHandhabung besonders gefährlicher Stoffe in einer Glove Box
 LaborZur Vermeidung von Überfüllungen Gefäße und Behälter mit Füllstandsanzeigen benutzen.
 LaborAufbewahrung von chemischen Stoffen im Labor in dicht schließenden Gewindeflaschen (anstatt Schliffflaschen mit Glas-, Kork- oder Gummistopfen)
 LaborProbenahmesysteme in geschlossener Bauweise (anstatt offener Probenahmehähne, Schöpfbecher usw.), z. B. Verwendung von Probefläschchen mit Gummiseptum, Einspritzen der flüssigen Probe mittels Kanüle, ggf. zusätzlich innerhalb eines geschlossenen Kastens (ggf. mit Absaugung)
ProzesssteuerungChemische IndustrieOnlinemessungen zur Qualitätsüberwachung statt manuelle Probenahmen
Spezielle ArbeitsverfahrenMalen/LackierenAutomatisierte Farbmischanlage
 Druckindustrie RotationsdruckprozesseEinsatz einer automatischen Farbversorgung
 Druckindustrie OffsetdruckVerwendung einer automatisierten Feuchtmitteldosierstation zur Anmischung und Dosierung des Feuchtmittels
 Druckindustrie BuchbindereiVerwendung von geschlossenen Düsenbeleimsystemen bei der Verarbeitung von PUR-Klebstoffen
 Druckindustrie BuchbindereiVerwendung von beschichteten Klebstoffbecken und beschichteten Walzen bei Walzenleimwerken
 GalvanikEinsatz von Netzmitteln bei Elektrolyten in der Oberflächenbehandlung sowie Verwendung fertig angesetzter Elektrolyte
 DentaltechnikVerwendung von flusssäurehaltigen Gelen anstatt von Flusssäure
 LeiterplattenfertigungVerwenden von Festklebern anstelle von pastösen Klebern
 Malen/LackierenBeschichtungen mit Auftraggeräten/Kalandern (anstatt manuellem Bestreichen)
 Malen/LackierenElektrostatisches Pulverbeschichten (anstatt manuellem Auftragen/Versprühen lösemittelhaltiger Lacke)
 Malen/LackierenLackierung in Spritzkabinen mit wirksamer Absaugung
 Malen/LackierenTauchbäder mit automatischem Hebezeug und Abtropfmöglichkeit
 Malen/LackierenVerwendung von Adhäsionsklebern mit Trennfolie
 Malen/LackierenAuftragen von Beschichtungen mit Rollen mit großem Durchmesser, um die Rollgeschwindigkeit und damit die Gefahr des Verspritzens zu minimieren
 BaugewerbeVerwendung industriell vorgefertigter Bauelemente (anstatt konventionelles Mauern)
 BaugewerbeAbziehen von Silikonfugen mit Werkzeug statt mit dem Finger
 MetallbearbeitungEinsatz von gekapselten Maschinen bei der Metallbearbeitung (anstelle offener Maschinen mit möglichem direkten Kontakt zu Kühlschmierstoffen)
  Herstellung von GFK-Bauteilen mittels Resin Transfer Moulding (RTM Verfahren), anstatt manuellem Laminieren
 MetallverarbeitungAutomatisierte Lötstationen (anstatt manuellem Löten)
 MetallbearbeitungSollwertüberwachung bei wassergemischten Kühlschmierstoffen (z. B. Konzentration, pH-Wert, wahrnehmbare Veränderungen) und entsprechende Maßnahmen
 MetallbearbeitungMinimalmengenschmierung anstelle von Kühlschmierstoff-Umlaufsystemen
 MetallverarbeitungAutomatisierte Klebeverfahren (Roboter) in der Automobilproduktion
 PathologieVerwendung automatisierter Färbestraßen
 PathologieVerwendung spezieller Objektträgerhalter bei der manuellen Färbung
 SonstigesInspektionssysteme mittels ferngesteuerter Sonden (anstatt Einsteigen oder Demontage von Leitungen, Kanälen und Behältern)