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Anlage 2 TRGL 001, Einheitliche Begriffserklärungen für TRGL
Anlage 2 TRGL 001
Technische Regeln für Gashochdruckleitungen Aufbau und Anwendung der TRGL (TRGL 001)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Gashochdruckleitungen Aufbau und Anwendung der TRGL (TRGL 001)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRGL 001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anlage 2 TRGL 001 – Einheitliche Begriffserklärungen für TRGL (1)

Ausgabe Februar 1979 (BArbBl. 7-8/1979 S. 76)

Letzte Änderung: BArbBl. 7-8/1981 S. 96

Vorbemerkung

Diese Anlage gilt für die einheitliche Begriffserklärung von Fachwörtern in den Technischen Pegeln für Gashochdruckleitungen. Sie dient der eindeutigen gegenseitigen Verständigung der bei der Errichtung und dem Betrieb von Gashochdruckleitungen Beteiligten.

Begriffserklärungen

Alarmplan

Der Alarmplan ist eine schriftliche, allgemeine und langfristig gültige Anweisung für den unvorhersehbaren Schadensfall. Im Alarmplan hat der Betreiber die sicherheitstechnisch notwendigen Benachrichtigungen und Arbeitsabläufe für die Eindämmung des Schadens festgelegt. Der Alarmplan kann durch mündliche Anweisungen ergänzt werden.

Arbeitstrupp

Der Arbeitstrupp ist eine Gruppe von in ihrer Tätigkeit aufeinander abgestimmten sachkundigen Personen, die unter Leitung eines für die Arbeiten des Arbeitstrupps Verantwortlichen (z.B. Vorarbeiter, Meister) Arbeiten (z.B. Reparaturen, Auswechseln von Rohrleitungsteilen) an Gashochdruckleitungen durchführt.

Bauaufsicht

Die Bauaufsicht ist die vom Bauherrn eingesetzte verantwortliche Aufsicht für die Durchführung eines Leitungsbauprojektes. Ihr obliegt es, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen bei der Durchführung des Projektes zu koordinieren, die nach den TRGL vorgeschriebenen Prüfungen zu veranlassen und das gesamte Bauvorhaben zu beaufsichtigen.

Baustellenbogen

Ein Baustellenbogen ist ein auf der Baustelle mittels einer Biegemaschine durch Kaltbiegen eines Rohres hergestellter Bogen.

Bereitschaftsdienst

Der Bereitschaftsdienst ist die Gesamtheit eines an einer bzw. mehreren Stellen befindlichen Systems von

  • Fachleuten (Ingenieure, Techniker, Meister, Facharbeiter und angelernte Kräfte),

  • Fahrzeugen, Spezialgerätschaften (z.B. Schieberschlüssel, Bohr- und Schweißwerkzeuge) und

  • Nachrichtenmitteln (z.B. Funk, öffentliche oder private Fernsprecheinrichtungen)

im Bereich eines Gashochdruckleitungen betreibenden Unternehmens.

Der Bereitschaftsdienst hat die Aufgabe, innerhalb und außerhalb der Dienstzeit (z.B. nachts sowie an Sonn- und Feiertagen) für die Betriebssicherheit der Gashochdruckleitungen zu sorgen, also diesbezügliche Meldungen, insbesondere auch Dritter, entgegenzunehmen (Rufbereitschaft), sie auszuwerten und unverzüglich das Entsprechende zu veranlassen. Innerhalb der Dienstzeit ist der Bereitschaftsdienst in der Regel in den Tagesarbeitsablauf des Leitungsbetriebes integriert.

Betreiber

Der Betreiber ist die natürliche oder juristische Person, die die Gashochdruckleitung betreibt.

Betriebsanweisung

Die Betriebsanweisung enthält schriftliche Festlegungen für das Fachpersonal über Tätigkeiten, Fahr- und Verfahrensweisen mit dem Ziel, Gashochdruckleitungen sicherheitstechnisch einwandfrei zu betreiben. Sie kann durch mündliche Festlegungen ergänzt werden.

Betriebsstelle

Die Betriebsstelle ist eine stationäre Zentrale, die dauernd (Tag und Nacht) besetzt ist. Sie nimmt Informationen über den Betriebszustand der Gashochdruckleitung entgegen, wertet sie aus und sorgt für den sicheren Betrieb. Im Falle einer Betriebsstörung und eines Schadens trifft sie geeignete Maßnahmen zu deren Beseitigung oder Eindämmung unter Hinzuziehung sachkundiger Personen (siehe Arbeitstrupp).

Betriebstörung

Die Betriebsstörung ist jede sicherheitstechnisch unbedenkliche, zeitlich begrenzte Beeinträchtigung des Leitungs- bzw. Förderbetriebes (z.B. durch den zeitweisen Ausfall einzelner Meßinstrumente in der Betriebsstelle, wenn sichergestellt bleibt, daß der Informationsfluß auf andere Weise wie durch Funk oder Fernsprecher für die Zeit der Betriebsstörung erhalten bleibt). Der Störfall wird den Umständen entsprechend bald, aber planmäßig (Arbeitsrisikoverringerung) oder gelegentlich im Zuge der Instandhaltungsarbeiten beseitigt.

Druckprüfung

Mit der Druckprüfung werden Dichtheit und/oder Festigkeit innendruckbeanspruchter Bauteile oder Rohrleitungen durch Aufbringen eines Innendruckes geprüft.

Einsatzplan

Gleichbedeutend mit Alarmplan.

Feldbogen

Gleichbedeutend mit Baustellenbogen.

Fernwirkanlage

Die Fernwirkanlage ist eine Einrichtung zum Übertragen von Meßwerten, Anzeigen und Befehlen von bestimmten Punkten der Gashochdruckleitung in die Betriebsstelle und umgekehrt.

Instandhaltung

Die Instandhaltung ist die Summe aller Maßnahmen, die erforderlich sind, eine Gashochdruckleitung sicherheitstechnisch zuverlässig betriebsbereit zu halten. Ziel der Instandhaltung ist es, mit Hilfe von Inspektion, Wartung und Instandsetzung durch den Leitungsbetrieb und andere Einwirkungen hervorgerufene Abnutzungen mindestens zu kompensieren.

Instandsetzung

Die Instandsetzung beinhaltet die Reparaturen an einer Gashochdruckleitung zur Wiederherstellung des Sollzustandes, z.B. Nachdichten von Schieberstopfbuchsen, Ausbesserungen des passiven Korrosionsschutzes, Auswechseln von verbrauchten Anoden des aktiven Korrosionsschutzes, Auswechseln korrodierter Rohrstücke und beschädigter Armaturen. Auch Überholungsmaßnahmen stillgelegter Gashochdruckleitungen zum Zwecke einer Wiederinbetriebnahme gehören zur Instandsetzung.

Isolierstück

Ein Isolierstück ist ein Bauelement zur Unterbrechung der elektrischen Leitfähigkeit einer Rohrleitung in Längsrichtung. Es besteht aus zwei metallischen Rohranschlußstücken (z.B. Flanschen), zwischen denen sich aus elektrisch nicht leitendem Material bestehende Zwischenstücke befinden. Ein Isolierstück kann einbaufertig angeliefert oder auf der Baustelle zusammengebaut werden.

Korrosionsschutz

Der Korrosionsschutz ist die Anwendung von Maßnahmen zur Trennung der Rohroberfläche von dem angreifenden Stoff (passiver Schutz, z.B. temporärer Schutz, anorganische, organische und metallische Überzüge) oder von Maßnahmen, die einen direkten Eingriff in den Korrosionsvorgang bedeuten (aktiver Schutz, z.B. Zugabe von Inhibitoren, kathodischer und anodischer Schutz).

Schadenfall

Der Schadensfall umfaßt das Austreten von Gas in einem die Sicherheit der Umgebung gefährdenden Ausmaß und/ oder Einwirkungen auf die Gashochdruckleitung, bei denen nicht unwesentliche Sachschäden eingetreten sind. Seine Beseitigung erfolgt unverzüglich, d. h. ohne schuldhafte Verzögerung, jedoch unter Abwägung aller sonstigen sicherheitstechnischen Erfordernisse (vgl. z.B. unter Umständen größere Gefährdung an anderer Stelle des Leitungssystems bei Absicherung der Schadensstelle).

Station

Eine Station ist eine Einrichtung, die dem Betrieb einer Gashochdruckleitung dient. Sie ist so angelegt, daß sie der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Sie dient der Erhöhung des Gasdruckes (Verdichterstation), der Messung oder Steuerung des Förderstroms oder der Regelung und Konstanthaltung des Gasdruckes (MSR-Station).

Eine Station ist von der Gashochdruckleitung absperrbar. Die Absperrarmaturen begrenzen den Bereich einer Station. Eine im Zuge des Leitungsstranges einer Gashochdruckleitung eingebaute Armatur oder Meßstelle ist keine Station im Sinne der TRGL der Reihe 200.

Temperatur, betriebsbedingt

Als betriebsbedingte Temperatur gilt die Temperatur des Fördermediums, das in der Gashochdruckleitung befördert wird.

Temperatur, witterungsbedingt

Als witterungsbedingte Temperatur gilt bei unterirdischer Verlegung die Temperatur des die Gashochdruckleitung umgebenden Erdreichs und bei oberirdischer Verlegung die Temperatur der die Gashochdruckleitung umgebenden Luft.

Überwachung

Die Überwachung ist die Summe aller Beobachtungsmaßnahmen an einer Gashochdruckleitung (Fernkontrollen, Kontrollen an Ort und Stelle) mit dem Ziel, Aussagen sicherheitstechnisch bedeutsamer Art über den Zustand der Leitung zu haben. Die Ergebnisse der Überwachung bilden die Grundlagen für den sicheren Leitungsbetrieb und die Instandhaltung.

Vortriebsrohr

Ein Vortriebsrohr ist ein Mantelrohr (Montagerohr) oder Leitungsrohr, das z.B. bei der Kreuzung von Verkehrswegen unterirdisch vorgepreßt wird.

(1) Red. Anm.:
Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)