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Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 45, Prüfungen vor Inbetriebnahme
Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 45
Technische Regeln Druckbehälter Gehäuse von Ausrüstungsteilen (TRB 801 Nr. 45)
Bundesrecht
Titel: Technische Regeln Druckbehälter Gehäuse von Ausrüstungsteilen (TRB 801 Nr. 45)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRB 801 Nr. 45
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 45 – Prüfungen vor Inbetriebnahme (1)

(1) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)

7.1 Folgende Prüfungen sind bei Gehäusen von Armaturen erforderlich:

(1) spannungstechnische Beurteilung und sicherheitstechnische Konstruktionsprüfung,

(2) Besichtigung des fertigen Gehäuses auf Fehler,

(3) Überprüfung des fertigen Gehäuses auf Maßhaltigkeit gemäß den Unterlagen nach (1),

(4) Dichtheitsprüfung bei gegossenen Gehäusen; die Dichtheit des Ausrüstungsteiles in funktioneller Hinsicht braucht hierbei nicht überprüft zu werden; die Dichtheitsprüfung erfolgt nach DIN 3230 Teil 3 Abschnitt 5,

(5) Wasserdruckprüfung nach DIN 3230 Teil 3 Abschnitt 5,

(6) zerstörungsfreie Prüfungen der Erzeugnisformen für Armaturengehäuse und der Schweißnähte an drucktragenden Wandungen und

(7) Prüfung auf Werkstoffverwechselung bei allen Gehäuseteilen aus legierten Werkstoffen.

7.2 Bei der spannungstechnischen Beurteilung und der sicherheitstechnischen Konstruktionsprüfung nach Abschnitt 7.1 (1) werden die

(1) ausreichende Bemessung nach DIN 3840 unter Beachtung der Festigkeitskennwerte nach AD-Merkblättern der Reihe W bzw. der Eignungsfeststellung,

(2) sicherheitstechnisch einwandfreie Gestaltung,

(3) Verwendung geeigneter Werkstoffe und

(4) sachgemäße Verarbeitung der Werkstoffe

geprüft.

7.3 Die Wasserdruckprüfung des fertigen Gehäuses der Armatur nach Abschnitt 7.1 (5) erfolgt mit einem Prüfdruck in Höhe des 1,3fachen des zulässigen Betriebsüberdruckes oder mit dem 1,5fachen des Nenndruckes. Die Höhe des Prüfdruckes muß bei der Bemessung des Armaturengehäuses berücksichtigt werden (siehe DIN 3840).

Falls die Beanspruchung nicht durch Rechnung ermittelt werden kann, ist - insbesondere bei Verwendung von sonstigen Werkstoffen - eine Messung der Verformung oder ein Berstversuch als Stichprobe erforderlich. Bei diesem Versuch ist die Einhaltung des nach AD-Merkblatt B 0 bei der Berechnung anzuwendenden Sicherheitsbeiwertes nachzuweisen und zwar gegen Verformung bei der Berechnung nach der Streckgrenze ( sigma 0,2, sigma 1,0)und gegen Bruch bei der Berechnung nach der Zugfestigkeit.

Erfüllt die Dichtheitsprüfung nach Abschnitt 7.1 (4) die vorstehenden Kriterien, entfällt die Wasserdruckprüfung.

7.4 Für die zerstörungsfreien Prüfungen der Erzeugnisformen für Gehäuse von Armaturen und der Schweißnähte an drucktragenden Wandungen nach Abschnitt 7.1(6) sind die nachfolgenden Festlegungen zu beachten.

7.4.1 Erzeugnisformen

(1) Stahlsorten nach Abschnitt 5.1 (1) und (2)

Die Erzeugnisformen sind wie folgt zu prüfen:

Ultraschallprüfung:

  1. a.

    Bleche nach SEL 072 ultraschall-gesamtgeprüft,

  2. b.

    Rohre nach AD-Merkblatt W 2 bzw. W 4,

  3. c.

    Schmiedestücke, gewalzter Stab- bzw. Formstahl <= 30 mm Durchmesser , ausgenommen Gesenkschmiedestücke

Prüfumfang: soweit möglich jedes Volumenelement mit zwei um 90 versetzten Einschallrichtungen

zulässiger Fehler:

s <= 50 mm  <= EFG 3
s > 50 mmbis 100mm <= EFG 4
s > 100 mmbis 150 mm <= EFG 5
s > 150 mm  <= EFG 6

Oberflächenrißprüfung:

  1. a.

    warmumgeformte Bereiche

  2. b.

    Gesenkschmiedestücke, ausgenommen solche mit einem Rohgewicht <= 30 kg, soweit sie aus unlegierten Stählen, 15 Mo 3, 13 CrMo 4 4 oder aus den Stählen x 6 CrNiTi 18 10, x 6 CrNiMoTi 17 12 und x 6 CrNiNb 18 10 bestehen. Im Einvernehmen mit dem Sachverständigen kann auch für den Werkstoff 10 CrMo 9 10 auf die Oberflächenrißprüfung verzichtet werden.

zulässiger Fehler: lineare Anzeigen <= 3 mm

(2) Stahlgußsorten nach Abschnitt 5.1 (3)

Die Gehäuse von Armaturen werden nach DIN 1690 Teil 10, Qualitätsklasse B, geprüft. Für Gehäuse von Armaturen mit

  • DN <= 150 und

  • DN > 150 soweit deren Produkt aus Nennweite DN und zulässigem Betriebsüberdruck in bar die Zahl 20.000 nicht übersteigt

genügt Qualitätsklasse D nach DIN 1690 Teil 10.

Anschweißenden zur Rohrleitung bei Gehäusen von Armaturen der Gruppe A, B und C:
Qualitätsklasse A nach DIN 1690 Teil 10.

(3) Gußeisen mit Kugelgraphit nach Abschnitt 5.1 (4)

Die Prüfung erfolgt nach Vereinbarung mit dem Besteller.

(4) Werkstoffe nach Abschnitt 5.1 (5) bis (7)

Bei Gehäusen von Armaturen der

  • Gruppe A: Prüfung erfolgt entsprechend der Eignungsfeststellung durch den Hersteller, siehe hierzu AD-Merkblatt WO Abschnitt 4,

  • Gruppe B + C: Prüfung erfolgt entsprechend der Eignungsfeststellung durch den Sachverständigen.

(5) Andere Werkstoffe nach Abschnitt 5.1

Bei Gehäusen von Armaturen der

  • Gruppe A: Prüfung erfolgt nach der Eignungsfeststellung durch den Hersteller: siehe hierzu AD-Merkblatt WO Abschnitt 4,

  • Gruppe B + C: Prüfung erfolgt nach der Eignungsfeststellung durch den Sachverständigen.

7.4.2 Schweißnähte an drucktragenden Wandungen

(1) Alle Schweißnähte der Gehäuse von Armaturen der Gruppen A, B und C sind auf der gesamten Länge zerstörungsfrei zu prüfen. Soweit es sich dabei um Stutzennähte nach Bild 1 handelt, ist eine Volumenprüfung erforderlich. Abweichend hiervon genügt bei Stutzen dAi < 50 mm und (dAi / di) < 0,1 eine Oberflächenrißprüfung.

Bild 1 Stutzennähte, Beispiel

Prüftechnik und Prüfbeurteilung erfolgen nach AD-Merkblatt HP 5/3.

(2) Bei den Schweißnähten der Gehäuse von Armaturen der Gruppen A und B ist die zerstörungsfreie Prüfung nicht erforderlich, wenn es sich um unlegierte Werkstoffe oder Werkstoffe der Gruppe 6 gemäß AD-Merkblatt HP 0 handelt und die Nennweite der Annatur DN 100 nicht überschreitet.

7.5 Durchführung der Prüfungen

7.5.1 Die Prüfungen sind durchzuführen bei Gehäusen von Armaturen

(1) der Gruppe A vom Hersteller

(2) der Gruppe B vom Hersteller, nach Überprüfung des Qualitätssicherungssystems durch den Sachverständigen und

(3) der Gruppe C vom Sachverständigen,

sofern im folgenden keine abweichenden Festlegungen getroffen werden.

Gehäuse von Armaturen der Gruppe B oder C können vom Hersteller geprüft werden, wenn sie als Ausrüstungsteile von Druckbehältern oder Rohrleitungen, die keinen Prüfungen vor Inbetriebnahme durch Sachverständige oder keiner Prüfung durch Sachverständige nach Anhang II unterliegen, verwendet werden.

Bei der Prüfung des Qualitätssicherungssystems stellt der Sachverständige fest, ob dieses vorhanden, verbindlich eingeführt und wirksam ist. Diese Prüfung erfolgt bei Beginn der Fertigung und als laufende Überwachung mindestens zweimal im Jahr. Änderungen im System müssen vom Hersteller dem Sachverständigen umgehend mitgeteilt werden. Bei Gehäusen von Armaturen der Gruppe B kann auch eine Einzelprüfung durch den Sachverständigen erfolgen. § 9 Abs. 5 DruckbehV (Baumusterprüfung) kann für die Gehäuse von Armaturen der Gruppe B und C angewendet werden.

7.5.2 Die zerstörungsfreien Prüfungen nach Abschnitt 7.1 (6) werden in der Regel durchgeführt und bewertet vom

  • Erzeugnisformhersteller an den Erzeugnisformen und/oder

  • Hersteller der Gehäuse an Schweißnähten von drucktragenden Wandungen.

Der Nachweis ist durch ein Abnahmeprufzeugnis B nach DIN EN 10204 zu erbringen. Bei den Erzeugnisformen für Gehäuse von Armaturen der Gruppe C werden die Prüfergebnisse abschließend vom Sachverständigen beurteilt.

7.5.3 Die Prüfung auf Werkstoffverwechslung nach Abschnitt 7.1 (7) führt der Hersteller der Gehäuse von Armaturen durch.

7.6 Nachweis der Prüfungen

7.6.1 Bei Gehäusen von Armaturen der Gruppen A, B oder die nach § 9 Abs. 5 DruckbehV geprüft werden, müssen die Prüfungen durch ein Abnahmeprüfzeugnis B nach DIN EN 10204 nachgewiesen sein. Dabei genügt es, wenn dem Abnahmeprüfzeugnis B eine listenförmige Zusammenstellung der entsprechenden Werkstoffnachweise entsprechend den AD-Merkblättern der Reihe W beigefügt wird.

7.6.2 Abweichend von Abschnitt 7.6.1 genügt es, wenn der Hersteller von Gehäusen von Armaturen der Gruppe A mit Nennweiten <= 50 das Kennzeichen HW anbringt.

7.6.3 Bei Gehäusen von Armaturen der Gruppe C müssen Prüfungen durch ein Abnahmeprüfzeugnis A nach DIN EN 10204 nachgewiesen sein. Das Abnahmezeugnis A muß die Werkstoffnachweise der Ausgangswerkstoffe entsprechend den AD-Merkblättern der Reihe W enthalten (siehe Abschnitt 5.2).

7.6.4 Für die zerstörungsfreien Prüfungen der Erzeugnisform für Gehäuse der Armaturen und der Schweißnähte an drucktragenden Wandungen und deren Nachweis - siehe Abschnitt 7.5.2.