Technische Regeln Druckbehälter Steinhärtekessel (TRB 801 Nr. 30) Bundesrecht

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Abschnitt 9 TRB 801 Nr. 30, Instandsetzung
Abschnitt 9 TRB 801 Nr. 30
Technische Regeln Druckbehälter Steinhärtekessel (TRB 801 Nr. 30)
Bundesrecht
Titel: Technische Regeln Druckbehälter Steinhärtekessel (TRB 801 Nr. 30)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRB 801 Nr. 30
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Abschnitt 9 TRB 801 Nr. 30 – Instandsetzung (1)

(1) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)

9.1 Instandsetzungsarbeiten an drucktragenden Behälterwandungen und sicherheitstechnischen Ausrüstungsteilen dürfen erst nach Zustimmung des Sachverständigen durchgeführt werden. Hierunter fällt nicht das Auswechseln von Ausrüstungsteilen gegen solche gleicher Ausgangsbeschaffenheit.

9.1.1 Reparaturmöglichkeiten

Je nach Art, Größe und Umfang der Mängel (Einzelrisse, Rißfelder, Korrosionsflächen, Korrosionsnarben usw.) kommen die folgenden Reparaturmöglichkeiten in Betracht:

9.1.1.1 Ausschleifen der Riß- und Korrosionszonen

Risse und Korrosionsnarben an drucktragenden Wandungsteilen sind grundsätzlich auszuschleifen, es sei denn, es ergibt sich die Notwendigkeit, das schadhafte Blech zu ersetzen oder es wird eine Auftragsschweißung vorgenommen.

9.1.1.2

  • Schweißungen sind an Bauteilen mit ertragenen Lastwechseln über 10.000 nur zulässig, wenn zuvor die ausreichende Schweißeignung durch den Sachverständigen beurteilt worden ist. Wenn die Werkstoffnachweise aus der Bauprüfbescheinigung eine um 100 % höhere Kerbschlagzähigkeit als der Sollwert aus der Werkstoffnorm ergeben kann auf eine Werkstoffprüfung verzichtet werden.

  • Bei der Ausführung von Instandsetzungsschweißnähten unter Baustellenbedingungen ist eine Bauüberwachung durch den Sachverständigen erforderlich.

  • Bei Instandsetzungsschweißnähten unter Baustellenbedingungen ist bei Kohlenstoffstählen eine Vorwärmung auf mindestens 150 C erforderlich. Schweißeigenspannungen sind gering zu halten.

  • Die Schweißnähte sind mehrlagig auszuführen. Die Oberfläche ist innen blecheben kerbfrei und außen glatt zu schleifen. Auf der Innenseite ist vor dem Abarbeiten eine überhöhte Vergütungslage zu schweißen.

9.1.1.3 Einzelrißschweißung

Ein Einzelriß ist über seine gesamte Länge und Tiefe auszuschleifen. Die erforderliche Wanddicke ist durch Auftragsschweißung wiederherzustellen.

9.1.1.4 Auftragsschweißungen

Reicht bei flächigen Rißfeldern die verbleibende Restwanddicke nach dem Ausschleifen für den zulässigen Betriebsüberdruck nicht mehr aus, kann durch Auftragsschweißung die erforderliche Wanddicke wiederhergestellt werden, wenn die Schweißbereiche in Längsrichtung 130 mm und in Umfangsrichtung 400 mm nicht überschreiten.

9.1.1.5 Einschweißen von Flicken und Schüssen

  • Zur Instandsetzung von Steinhärtekesseln ist das Einschweißen von Flicken aus dem gleichen Werkstoff zulässig. Die Längsschweißnähte von Flicken müssen mindestens um 45 Grad beiderseits der senkrechten Härtekesselmitte vom Sohlentiefpunkt hochgezogen sein.

  • Bei hintereinandergesetzten Flicken müssen deren Längsschweißnähte um mindestens 200 mm gegeneinander versetzt sein.

  • Die Innendurchmesser alter und neuer Schüsse müssen gleich sein. Beim Verlängern oder Ersetzen von Schüssen ist darauf zu achten, daß im Sohlenbereich der Kantenversatz im Inneren so gering wie möglich gehalten wird.

  • Ein Kantenversatz von mehr als 15 % der Mantelwanddicke ist unzulässig. Aufdachungen oder Einziehungen im Bereich der Längsschweißnähte sind zulässig, wenn das Maß 1/6 der Mantelwanddicke nicht überschreitet.

  • Die Härte im Bereich der Reparaturschweißnähte darf 250 HV 10 nicht überschreiten.

  • Stumpfschweißnähte sind innen blecheben und außen glatt zu schleifen.