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Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 29, Instandsetzung
Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 29
Technische Regeln Druckbehälter Rotierende dampfbeheizte Zylinder (TRB 801 Nr. 29)
Bundesrecht
Titel: Technische Regeln Druckbehälter Rotierende dampfbeheizte Zylinder (TRB 801 Nr. 29)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRB 801 Nr. 29
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 29 – Instandsetzung (1)

(1) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)

7.1 Bei Zylindern nach Abs. 1.1, die aus Gußeisen hergestellt werden, ist es nicht auszuschließen, daß Fehler wie z.B. durch Sandeinschlüsse, Gaseinschlüsse, Lunker beim Schleifen der Zylinderlauffläche zum Vorschein kommen. Das übliche Verfahren zur Beseitigung dieser Oberflächenfehler - nicht aber Risse - besteht im Aufbohren der Fehlerstellen und Schließen mittels eingeschlagener Paßstifte und anschließendem Glätten/Überschleifen der verstifteten Oberfläche.

Dieses Verfahren beeinträchtigt die Sicherheit des Zylinders nicht, wenn die Kriterien nach Abschnitt 7.2 erfüllt sind und im Prüfbuch dokumentiert ist, daß der Einfluß des Verstiftens nach Abschnitt 7.2 bei der Festlegung der erforderlichen Mindestwanddicke berücksichtigt wurde; § 11 Abs. 1 und 2 DruckbehV kommen daher nicht zur Anwendung.

7.2 Kriterien an das Verstiften

  1. 1.

    Kriterien an die Anwendbarkeit des Verstiftens:

    • der Oberflächenfehler darf zu keiner Leckage führen, d.h. er darf nicht durch die gesamte Wanddicke verlaufen,

    • der zulässige Betriebsüberdruck darf 12 bar bei einer zulässigen Betriebstemperatur von höchstens 230 C nicht überschreiten,

    • die Fehlerstelle darf nicht im Bereich von Schweißungen (Schweißgut und Wärmeeinflußzone) liegen und

    • der Zylinder muß im Rahmen der erstmaligen Prüfung einer Flüssigkeitsdruckprüfung mit einem Prüfdruck gleich dem 2fachen zulässigen Betriebsüberdruck standgehalten haben.

  2. 2.

    Kriterien an die Durchführung des Verstiftens:

    • der Werkstoff des Paßstiftes muß bei nicht zu beschichtenden Zylindermänteln in allen Hinsichten den Zylinderwerkstoffspezifikationen entsprechen,

    • die Sacklochbohrung darf nur so tief sein, daß maximal 20 % der rechnerisch erforderlichen Wanddicke angebohrt werden,

    • der Durchmesser des Stiftes darf folgende Werte nicht überschreiten: 10 mm bei einer Wanddicke kleiner oder gleich 50 mm bzw. 20 % der Wanddicke bei einer Wanddicke größer 50 mm und

    • das Verstiften hat in der Regel in Anlehnung an die Vorschriften des ASME Boiler and Pressure Vessel Code, Section VIII, Div. I, UCI-78 zu erfolgen.

  3. 3.

    Organisatorische Kriterien:

    • für die einzelnen Arbeitsschritte beim Verstiften hat die Verstifter-Firma eine betriebsinterne Verfahrensanweisung zu erstellen, in der die Kriterien an die Anwendbarkeit und Durchführung des Verstiftens entsprechend Abs. 7.2 Ziff. 1 und 2 enthalten sein müssen,

    • die Verstifter-Firma bestätigt in einer Bescheinigung die Durchführung des Verstiftens nach Verfahrensanweisung,

    • diese Bescheinigung ist dem Prüfbuch des Zylinders beizufügen und

    • das Verstiften darf nur von sachkundigen Personen entsprechend TRB 700 Abs. 5.2 durchgeführt werden.

7.3 Sind am Zylinder Bearbeitungen der Oberfläche erforderlich, wodurch die Wanddicke reduziert wird, ist die neue Wanddicke zu ermitteln und als Anlage zum Prüfbuch zu protokollieren; die rechnerisch erforderliche Wanddicke darf nicht unterschritten werden.

Die rechnerisch erforderliche Wanddicke muß aus dem Prüfbuch hervorgehen.