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Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 26, Zusätzliche Anforderungen an Dru...
Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 26
Technische Regeln Druckbehälter Druckbehälter für Gase oder Gasgemische mit Betriebstemperaturen unter -10 C (TRB 801 Nr. 26)
Bundesrecht
Titel: Technische Regeln Druckbehälter Druckbehälter für Gase oder Gasgemische mit Betriebstemperaturen unter -10 C (TRB 801 Nr. 26)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRB 801 Nr. 26
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Abschnitt 7 TRB 801 Nr. 26 – Zusätzliche Anforderungen an Druckbehälter zur Lagerung tiefkalter flüssiger Gase (1)

7.1 Für Neuanlagen

7.1.1 Die Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküberschreitung sind entsprechend der Betriebsart wie folgt auszulegen:

 Betriebsart
 Betrieb, ausgenommen das BefüllenBetrieb, einschließlich des Befüllens
Sicherheitseinrichtung
gegen Drucküberschreitung
A 1B 1

A 1

  1. a.

    Druckentlastungseinrichtungen nach TRB 403 Abschnitt 3.4 a-c, zum Abführen des maximal anfallenden Massenstromes oder

  2. b.

    MSR-Einrichtungen nach TRB 403 Abschnitt 3.2, die die Ursachen möglicher unzulässiger Druckerhöhungen sicher verhindern, beim Betrieb ausgenommen das Befüllen.

B 1

  1. a.

    Druckentlastungseinrichtungen nach TRB 403 Abschnitt 3.4 a-c, zum Abführen des maximal anfallenden Massenstromes oder

  2. b.

    MSR-Einrichtungen nach TRB 403 Abschnitt 3.2, die die Ursachen möglicher unzulässiger Druckerhöhungen sicher verhindern, beim Betrieb einschließlich des Befüllens.

Die durch A 1 und B 1 beschriebenen Funktionen können durch eine oder mehrere Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküberschreitung erfüllt werden.

7.1.2 Sicherheitseinrichtungen gegen Drucküberschreitung sind grundsätzlich druckbehälterseitig anzubringen und unabhängig von den Ausrüstungsteilen der Behälterfahrzeuge auszulegen.

7.1.3 Entsprechend TRB 403 Abschnitt 3.2.4 dürfen Druckentlastungseinrichtungen keine Regelaufgaben übernehmen. Werden Druckbehälter mit Druckentlastungseinrichtungen abgesichert, sind daher zusätzlich betriebsartbezogen folgende Regeleinrichtungen notwendig:

 Betriebsart
 Betrieb, ausgenommen das BefüllenBetrieb, einschließlich des Befüllens
RegeleinrichtungenA 1B 1

A 2z.B. Druckabbauregler, Kühleinrichtungen des Druckbehälters, Regelarmatur nach Abschnitt 7.1.3.1.
B 2Regelung, die das Ansprechen von B 1 a sicher verhindert, z.B. nur Behälterfahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung dürfen befüllen

7.1.3.1 Die Regelarmatur nach Abschnitt 7.l.3, A 2 kann eine Teilarmatur des Wechselsicherheitsventils nach Abschnitt 5.4 sein und ist dann wie folgt auszulegen und zu betreiben:

  1. 1.

    Beide Sicherheitsventile müssen bauteilgeprüft sein und sich stets im Einsatz befinden.

  2. 2.

    Die Einstellung des Wechselsicherheitsventils ist gegen fehlerhaftes Verstellen zu sichern.

  3. 3.

    Sicherheitsventil 1 wird entsprechend Abschnitt 7.1.1 als Druckentlastungseinrichtung (TRB 403 Abschnitt 3.4) A 1 a betrieben. Sicherheitsventil 2 wird entsprechend Abschnitt 7.1.3 als Regeleinrichtung betrieben, um zu verhindern, daß Sicherheitsventil 1 (A 1 a) anspricht.

  4. 4.

    Die gefahrlose Ableitung gemäß TRB 600 Abschnitt 3.4 ist zu gewährleisten.

  5. 5.

    Bei Prüfungs- oder Instandsetzungsarbeiten am Sicherheitsventil 1 übernimmt die Regeleinrichtung Sicherheitsventil 2 die Funktion der Funktion der Druckentlastungseinrichtung für diesen begrenzten Zeitraum.

Beim Einsatz von Wechselsicherheitsventilen nach Satz 1 ist auch die Anforderung nach Abschnitt 5.4 erfüllt.

7.2 Für bestehende Anlagen

7.2.1 Die Umsetzung der Anforderungen nach Abschnitt 7.1 hat für Anlagen mit

  • Druckbehältern mit einem zulässigen Betriebsüberdruck <= 6 bar. bis April 1998 und

  • Druckbehältern mit einem zulässigen Betriebsüberdruck > 6 bar bis April 2002

zu erfolgen.

7.2.2 Bis zur erfolgten Nachrüstung der Druckbehälter sind folgende organisatorische Maßnahmen anzuwenden:

  • Schulung der für den Füllvorgang sachkundigen Personen, z.B. der Fahrer, vor Aufnahme der Tätigkeit sowie wiederkehrend in angemessenen Zeitabständen, mindestens jedoch einmal jährlich,

  • Überprüfung der für den Füllvorgang sachkundigen Personen, z.B. der Fahrer, beim Befüllvorgang durch Sachkundige nach § 32 DruckbehV oder andere Personen, die

    1. 1.

      auf Grund ihrer fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet des Befüllens von Druckbehältern für tiefkalte flüssige Gase haben und die insbesondere mit den Einrichtungen zur Begrenzung des Druckes und des Füllvolumens von Druckbehältern vertraut sind,

    2. 2.

      schriftlich beauftragt sind, die Füllvorgänge beim Befüllen von Druckbehältern für tiefkalte flüssige Gase zu überwachen, nachdem sie auf die Besonderheiten dieser Einrichtungen und deren Funktion besonders hingewiesen worden sind, und

    3. 3.

      bei der Ausübung ihrer Überwachungstätigkeit weisungsfrei sind,

mindestens 2 mal pro Jahr. Die Ergebnisse der Überprüfungen sind zu dokumentieren. Die Unterlagen sind auf Verlangen der Aufsichtsbehörde vorzulegen.

7.3 Druckbehälter >= 36 bar

Auf den Einbau der eigenen Sicherheitseinrichtung für den Befüllvorgang nach Abschnitt 7 darf bei Vorliegen folgender Bedingungen verzichtet werden:

  1. 1.

    Der zulässige Betriebsüberdruck der Druckbehälter beträgt >= 36 bar.

  2. 2.

    Die Druckbehälter sind aus folgenden austenitischen Werkstoffen hergestellt: 1.4301, 1.4311, 1.4541, 1.4571 und 1.6907 nach VdTUV-Werkstoffblatt 371, alle entsprechend AD-Merkblatt W2.

  3. 3.

    Die Druckbehälter werden für Stickstoff, Sauerstoff, Neon, Helium, Argon und Wasserstoff verwendet. Die Auslegung der Kryodruckbehälter erfolgt daher für zulässige Betriebstemperaturen nicht über -183 C (Siedetemperatur bei Atmosphärendruck von Sauerstoff).

  4. 4.

    Die Befüllung der Druckbehälter darf nur aus Tankwagen erfolgen, deren fest eingebaute Umfüllpumpen durch Auslegung bzw. fest eingebaute Begrenzung keinen Fülldruck von mehr als 40 bar am Pumpenstutzen erzeugen können. Der Nachweis hierfür kann durch eine Bestätigung des Gaselieferanten erfolgen.

(1) Red. Anm.:
Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)