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Anlage 1 TRB 601, Gebräuchliche Begriffe für den KKS
Anlage 1 TRB 601
Technische Regeln Druckbehälter Aufstellung der Druckbehälter Kathodischer Korrosionsschutz für erdgedeckte Druckbehälter (TRB 601)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln Druckbehälter Aufstellung der Druckbehälter Kathodischer Korrosionsschutz für erdgedeckte Druckbehälter (TRB 601)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRB 601
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anlage 1 TRB 601 – Gebräuchliche Begriffe für den KKS (1)

(1) Red. Anm.:

Außer Kraft am 1. Januar 2013 durch die Bek. vom 17. Oktober 2012 (GMBl S. 902)

  • Anode

    1.  

      Anode ist ein in einer Elektrolytlösung (Erdboden) eingebetteter elektrischer Leiter. über den der Schutzstrom dem Erdboden zugeführt wird. Es werden galvanische Anoden und Fremdstromanoden unterschieden.

  • Anodenspannung

    1.  

      Anodenspannung ist die zwischen Anoden und einer Bezugselektrode im Bereich der Bezugserde anstehende Spannung.

  • Ansprechstoßspannung

    1.  

      Die Ansprechstoßspannung einer Trennfunkenstrecke ist die Stoßspannung 1.2150 nach VDE 0675, bei der die Trennfunkenstrecke zündet.

  • Ausbreitungswiderstand

    1.  

      Der Ausbreitungswiderstand ist der Widerstand zwischen dem Schutzobjekt oder den Anoden und der Bezugserde. Inder Praxis kann er mittels Sonde und Hilfserder oder gegen niederohmige ferne Erder gemessen werden. Bei Rohrleitungen ist die Messung des Ausbreitungswiderstandes in fast allen Fällen nicht möglich. Näherungsweise kann dann der Ausbreitungswiderstand gleich dem Umhüllungswiderstand gesetzt werden.

  • Außenkorrosion

    1.  

      Außenkorrosion ist die an der äußeren, dem korrosiven Medium zugekehrten Oberfläche von Druckbehältern auftretende Korrosion.

  • Ausschaltpotential

    1.  

      Ausschaltpotential ist das Schutzobjektpotential, das unmittelbar nach dem Ausschalten des kathodischen Schutzstromes gemessen wird.

  • Beeinflussung

    1.  

      Beeinflussung ist die Potentialänderung eines Druckbehälters durch Streustrom.

  • Bettungsmasse

    1.  

      Bettungsmasse ist ein Material. welches z.B. zur Verringerung des Ausbreitungswiderstandes zur Einlagerung von Anoden im Erdboden verwendet wird. Die Bettungsmasse einer galvanischen Anode besteht vorwiegend aus Bentonit, Kalziumsulfat und Natriumsulfat, die Bettungsmasse einer Fremdstromanode im allgemeinen aus Koks.

  • Bodenwiderstand (Erdwiderstand)

    1.  

      Siehe spezifischer Bodenwiderstand.

  • Einschaltpotential

    1.  

      Einschaltpotential ist das Schutzobjektpotential, gemessen bei fließendem Schutzstrom.

  • Elektrische Trennung

    1.  

      Eine elektrische Trennung liegt vor, wenn Druckbehälter nicht metallenleitend verbunden sind.

  • Erder

    1.  

      Erder sind Leiter, die im Erdboden eingebettet sind und mit ihm in leitender Verbindung stehen.

  • Fremdstromschutzanlage

    1.  

      Fremdstromschutzanlage ist die Gesamtheit der für den katholischen Korrosionsschutz durch Fremdstrom erforderlichen Einrichtungen (Schutzstromgerät, Fremdstromanoden. Kabel).

  • Fremdstromanode

    1.  

      Eine Fremdstromanode ist die Anode einer Fremdstromschutzanlage.

  • Funkenstrecke

    1.  

      Siehe Trennfunkenstrecke.

  • Galvanische Anode

    1.  

      Eine galvanische Anode ist eine Anode aus einem unedleren Metall mit negativerem Potential als das des zu schützenden Druckbehälters.

  • Galvanische Verbindung

    1.  

      Siehe metallenleitende Verbindung.

  • Geerdete Anlage

    1.  

      Eine geerdete Anlage im Sinne dieser TRB ist eine Anlage mit Erderwirkung. Hierzu gibt es folgende Ursachen: Fehlstellen in der Umhüllung. metallenleitende Verbindung mit Fremdobjekten mit niedrigem Erdungswiderstand oder mit Erdern.

  • Gleichstromanlage

    1.  

      Gleichstromanlagen sind alle mit Gleichstrom betriebenen Anlagen. Wenn sie betriebsmäßig an mehreren Stellen geerdet sind, erzeugen sie Streuströme, die an anderen unterirdischen Anlagen Korrosionsschäden verursachen können.

  • Isolierstück

    1.  

      Ein Isolierstück ist ein Bauelement zur Unterbrechung der metallenen Leitfähigkeit einer Rohrleitung.

  • Kathodischer Korrosionsschutz

    1.  

      Der kathodische Korrosionsschutz ist ein Schutzverfahren zur Verhinderung von Korrosionsschäden. bei dem das Schutzobjekt zur Kathode gemacht wird.

  • Kathodische Korrosionsschutzanlage

    1.  

      Kathodische Korrosionsschutzanlage ist ein Sammelbegriff für Anlagen mit galvanischen Anoden, Fremdstromanlagen, Streustromableitungen und Streustromabsaugungen.

  • Korrosionselement

    1.  

      Ein Korrosionselement ist ein galvanisches Element. das bei der Korrosion eines metallischen Werkstoffes in einer Elektrolytlösung wirksam ist und zu einer örtlichen Korrosion führt. Anodische und kathodische Bereiche eines Korrosionselementes werden durch unterschiedliche Art bzw. Zustände der Metalle bzw. unterschiedliche Zusammensetzungen der sie umgebenden Elektrolytlösung gebildet.

  • Korrosionsschaden

    1.  

      Korrosionsschaden ist eine Beeinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteiles durch Korrosion.

  • Kupfer/Kupfersulfat-Elektrode

    1.  

      Eine Kupfer/Kupfersulfat-Elektrode ist eine Bezugselektrode, die aus Kupfer in gesättigter Kupfersulfatlösung besteht. Die Kupfersulfat-Elektrode ist die gebräuchlichste Bezugselektrode für die Potentialmessung im Erdboden.

  • Meßstelle/Meßpunkt

    1.  

      Meßstelle ist ein metallenleitender Anschluß (Kabel) am Meßobjekt. Meßpunkt ist der Ort, an dem die Bezugselektrode auf den Boden aufgesetzt wird.

  • Metallene Leitfähigkeit

    1.  

      Eine metallene Leitfähigkeit ist die auf freie Elektronen in Metallen zurückzuführende elektrische Leitfähigkeit.

  • Metallenleitende Verbindung

    1.  

      Die metallenleitende Verbindung ist eine niederohmige, elektrisch leitende Verbindung durch Elektronenleitung.

  • Polarisation

    1.  

      Unter Polarisation versteht man die Abweichung vom freien Korrosionspotential durch Einwirkung eines äußeren Stromes.

  • Schutzpotential

    1.  

      Schutzpotential ist der Grenzwert des Potentials eines Druckbehälters, bei dem Korrosionsreaktionen nicht oder so langsam ablaufen, daß Korrosionsschäden nicht auftreten können.

  • Schutzstrombedarf

    1.  

      Schutzstrombedarf ist der Mindestwert des Schutzstromes, der zum Erreichen des Schutzpotentials erforderlich ist.

  • Schutzstromgerät

    1.  

      Ein Schutzstromgerät ist ein Gerät zur Erzeugung des für den kathodischen Korrosionsschutz erforderlichen Schutzstromes,

  • Spannungstrichter

    1.  

      Ein Spannungstrichter ist der Bereich des Erdbodens in der Nähe einer stromdurchflossenen Elektrode (z.B. Druckbehälter, Erder), in dem durch das Fließen des Stromes ein meßbarer Spannungsabfall (mindestens einige mV/m) auftritt.

  • Spezifischer Bodenwiderstand

    1.  

      Spezifischer Bodenwiderstand (Erdwiderstand) ist der spezifische elektrische Widerstand des Erdbodens unter der Annahme, daß der Erdboden sich wie eine homogene Elektrolytlösung verhält.

  • Streustrom

    1.  

      Streustrom ist der unbeabsichtigt aus stromführenden Leitern elektrischer Anlagen in den Erdboden übertretende Strom.

  • Trennfunkenstrecke

    1.  

      Eine Trennfunkenstrecke ist ein elektrisches Trennstück, das bei Erreichen seiner Ansprechstoßspannung elektrisch leitend wird.

  • Umhüllung

    1.  

      Umhüllung ist eine elektrisch isolierende Beschichtung auf einer Metalloberfläche zum passiven Schutz gegen Außenkorrosion.

  • Wenner-Verfahren

    1.  

      Das Wenner-Verfahren ist ein Meßverfahren zur Ermittlung des scheinbaren spezifischen elektrischen Bodenwiderstandes mit Hilfe von vier Elektroden, die auf einer Geraden in gleichen Abständen voneinander angeordnet sind.

Tabelle 1 Freie Korrosionspotentiale und Schutzpotentiale einiger Gebrauchsmetalle im Erdboden und im Süß- und Salzwasser (Alle Potentialangaben beziehen sich auf die Cu/CuSO4-Bezugselektrode UCu/CUSO = UN- 0,32 V

Werkstoff bzw. SystemFreies Korrosionspotential
(ohne Elementbildung, Anhaltswert)
inV
US
in V
US
in V
un- und niedriglegierte Fe-Werkstoffe-11,65 bis -0,40-085entfällt
dito in anaeroben Medien-0,80 bis -0,65-0,95entfällt
dito bei erhöhter Temperatur-0,80 bis -0,50-095entfällt *)
nichtrostende Stähle mit mind. 16 % Cr
(für Erdboden und Süßwasser)
-0,20 bis +0,50-0,10entfällt
nichtrostende Stähle mit mind. 16 % Cr
(Salzwasser)
-0,20 bis +0,50-0,30entfällt
dito bei erhöhter Temperatur-0,20 bis 0,50-0,30entfällt
Kupfer, Kupfer-Nickel-Legierungen-0,20 bis 0,00-0,20entfällt
Blei-0,50 bis -0,40-065-1,7
Aluminium-1,00 bis -0,50-0,62-1,3
Stahl in Beton-0,60 bis -0,10-entfällt
Verzinkter Stahl-1,10 bis -0,90-1,20Entfällt
* Gefahr einer NaOH-induzierten Spannungsrißkurrosion beachten