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RL 98/8 - Inverkehrbringen von Biozid-Produkten
Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten 
EU-Recht
Titel: Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten 
Normgeber: EU
Redaktionelle Abkürzung: RL 98/8
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Richtlinie

Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 16. Februar 1998
über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten (1)

ABl. Nr. L 123 vom 24.04.1998, S. 1

(Dok. Nr. 31998L0008)

- konsolidierter Rechtsakt -

Geändert durch:

   Amtsblatt 
  Nr.SeiteDatum
M1Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003L 284131.10.2003
M2Richtlinie 2006/50/EG der Kommission vom 29. Mai 2006L 142630.05.2006
M3Richtlinie 2006/140/EG der Kommission vom 20. Dezember 2006L 4147830.12.2006
M4Richtlinie 2007/20/EG der Kommission vom 3. April 2007L 0942304.04.2007
M5Richtlinie 2007/47/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. September 2007L 2472121.09.2007
M6Richtlinie 2007/69/EG der Kommission vom 29. November 2007L 3122330.11.2007
M7Richtlinie 2007/70/EG der Kommission vom 29. November 2007L 3122630.11.2007
M8Richtlinie 2008/15/EG der Kommission vom 15. Februar 2008L 0424516.02.2008
M9Richtlinie 2008/16/EG der Kommission vom 15. Februar 2008L 0424816.02.2008
M10Richtlinie 2008/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom11. März 2008L 0815720.03.2008
M11Richtlinie 2008/75/EG der Kommission vom 24. Juli 2008L 1975425.07.2008
M12Richtlinie 2008/77/EG der Kommission vom 25. Juli 2008L 1984126.07.2008
M13Richtlinie 2008/78/EG der Kommission vom 25. Juli 2008L 1984426.07.2008
M14Richtlinie 2008/79/EG der Kommission vom 28. Juli 2008L 2001229.07.2008
M15Richtlinie 2008/80/EG der Kommission vom 28. Juli 2008L 2001529.07.2008
M16Richtlinie 2008/81/EG der Kommission vom 29. Juli 2008L 2014630.07.2008
M17Richtlinie 2008/85/EG der Kommission vom 5. September 2008L 239606.09.2008
M18Richtlinie 2008/86/EG der Kommission vom 5. September 2008L 239906.09.2008
M19Richtlinie 2009/84/EG der Kommission vom 28. Juli 2009L 1976729.07.2009
M20Richtlinie 85/2009/EG der Kommission vom 29. Juli 2009L 1982830.07.2009
M21Richtlinie 2009/86/EG der Kommission vom 29. Juli 2009L 1983130.07.2009
M22Richtlinie 2009/87/EG der Kommission vom 29. Juli 2009L 1983530.07.2009
M23Richtlinie 2009/88/EG der Kommission vom 30. Juli 2009L 1991531.07.2009
M24Richtlinie 89/2009/EG der Kommission vom 30. Juli 2009L 1991931.07.2009
M25Richtlinie 2009/91/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2013901.08.2009
M26Richtlinie 2009/92/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2014301.08.2009
M27Richtlinie 2009/93/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2014601.08.2009
M28Richtlinie 2009/94/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2015001.08.2009
M29Richtlinie 2009/95/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2015401.08.2009
M30Richtlinie 2009/96/EG der Kommission vom 31. Juli 2009L 2015801.08.2009
M31Richtlinie 2009/98/EG der Kommission vom 4. August 2009L 2035805.08.2009
M32Richtlinie 2009/99/EG der Kommission vom 4. August 2009L 2036205.08.2009
M33Richtlinie 2009/107/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009L 2624006.10.2009
M34Richtlinie 2009/150/EG der Kommission vom 27. November 2009L 3137528.11.2009
M35Richtlinie 2009/151/EG der Kommission vom 27. November 2009L 3137828.11.2009
M36Richtlinie 2010/5/EU der Kommission vom 8. Februar 2010L 0362409.02.2010
M37Richtlinie 2010/7/EU der Kommission vom 9. Februar 2010L 0373310.02.2010
M38Richtlinie 2010/8/EU der Kommission vom 9. Februar 2010L 0373710.02.2010
M39Richtlinie 2010/9/EU der Kommission vom 9. Februar 2010L 0374010.02.2010
M40Richtlinie 2010/10/EU der Kommission vom 9. Februar 2010L 0374410.02.2010
M41Richtlinie 2010/11/EU der Kommission vom 9. Februar 2010L 0374710.02.2010
M42Richtlinie 2010/50/EU der Kommission vom 10. August 2010L 2103011.08.2010
M43Richtlinie 2010/51/EU der Kommission vom 11. August 2010L 2111412.08.2010
M44Richtlinie 2010/71/EU der Kommission vom 4. November 2010L 2881705.11.2010
M45Richtlinie 2010/72/EU der Kommission vom 4. November 2010L 2882005.11.2010
M46Richtlinie 2010/74/EU der Kommission vom 9. November 2010L 2923610.11.2010
M47Richtlinie 2011/10/EU der Kommission vom 8. Februar 2011L 0344109.02.2011
M48Richtlinie 2011/11/EU der Kommission vom 8. Februar 2011L 0344509.02.2011
M49Richtlinie 2011/12/EU der Kommission vom 8. Februar 2011L 0344909.02.2011
M50Richtlinie 2011/13/EU der Kommission vom 8. Februar 2011L 0345209.02.2011
M51Richtlinie 2011/66/EU der Kommission vom 1. Juli 2011L 1751002.07.2011
M52Richtlinie 2011/67/EU der Kommission vom 1. Juli 2011L 1751302.07.2011
M53Richtlinie 2011/69/EU der Kommission vom 1. Juli 2011L 1752402.07.2011
M54Richtlinie 2011/71/EU der Kommission vom 26. Juli 2011L 1954627.07.2011
M55Richtlinie 2011/78/EU der Kommission vom 20. September 2011L 243721.09.2011
M56Richtlinie 2011/79/EU der Kommission vom 20. September 2011L 2431021.09.2011
M57Richtlinie 2011/80/EU der Kommission vom 20. September 2011L 2431321.09.2011
M58Richtlinie 2011/81/EU der Kommission vom 20. September 2011L 2431621.09.2011

Berichtigt durch

C1Berichtigung, ABl. L 150 vom 8.6.2002, S. 71 (98/8/EG)

DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf Artikel 100a,

auf Vorschlag der Kommission (2),

nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),

gemäß dem Verfahren des Artikels 189b des Vertrags (4), aufgrund des vom Vermittlungsausschuss am 16.  Dezember 1997 gebilligten gemeinsamen Entwurfs,

in Erwägung nachstehender Gründe:

  1. (1)

    Der Rat und die im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten haben in ihrer Entschliessung vom 1. Februar 1993 über ein Gemeinschaftsprogramm für Umweltpolitik und Massnahmen im Hinblick auf eine dauerhafte und umweltgerechte Entwicklung (5) das allgemeine Konzept und die Strategie des von der Kommission vorgelegten Programms gebilligt; in dem Programm wird die Notwendigkeit eines Risikomanagements im Bereich der nicht landwirtschaftlich genutzten Schädlingsbekämpfungsmittel unterstrichen.

  2. (2)

    Der Rat hat sowohl bei der Annahme der 8. Änderung (6)  der Richtlinie 76/769/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten für Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung gewisser gefährlicher Stoffe und Zubereitungen (7)  im Jahre 1989 als auch bei den Beratungen über die Richtlinie 91/414/EWG über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (8) Bedenken über den Mangel an harmonisierten Vorschriften der Gemeinschaft für Biozid-Produkte (früher als nicht landwirtschaftlich genutzte Schädlingsbekämpfungsmittel bekannt) geäußert und die Kommission aufgefordert, die Lage in den Mitgliedstaaten und die Möglichkeit von Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene zu prüfen.

  3. (3)

    Biozid-Produkte sind notwendig zur Kontrolle von für die menschliche und tierische Gesundheit schädlichen Organismen und zur Kontrolle von Organismen, die natürliche oder gefertigte Erzeugnisse schädigen. Von Biozid-Produkten kann aufgrund ihrer Eigenschaften und der hiermit in Verbindung stehenden Formen der Verwendung ein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt ausgehen.

  4. (4)

    Die Überprüfung der Kommission hat Unterschiede bei den Regelungen in den Mitgliedstaaten ergeben. Diese Unterschiede stellen Handelshemmnisse nicht nur für Biozid-Produkte, sondern auch für die mit diesen Mitteln behandelten Erzeugnisse dar und beeinträchtigen damit das Funktionieren des Binnenmarktes unmittelbar. Die Kommission hat daher vorgeschlagen, einen Regelungsrahmen für das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten zur Verwendung in den Mitgliedstaaten auszuarbeiten, wobei ein hohes Schutzniveau für Mensch, Tier und Umwelt die Voraussetzung bildet. Entscheidungen auf Gemeinschaftsebene unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips sollten auf diejenigen Entscheidungen beschränkt werden, die für das richtige Funktionieren des Gemeinsamen Marktes notwendig sind und die Doppelarbeit durch die Mitgliedstaaten vermeiden. Eine Richtlinie über Biozid-Produkte bietet die beste Möglichkeit für einen solchen Regelungsrahmen.

  5. (5)

    Durch den Regelungsrahmen sollte dafür gesorgt werden, daß Biozid-Produkte zur Verwendung nur in den Verkehr gebracht werden dürfen, wenn die entsprechenden Verfahren dieser Richtlinie eingehalten worden sind.

  6. (6)

    Zur Berücksichtigung der besonderen Beschaffenheit einiger Biozid-Produkte und der mit ihrer vorgeschlagenen Verwendung in Verbindung stehenden Risiken ist es angebracht, vereinfachte Genehmigungsverfahren, einschließlich der Registrierung, vorzusehen.

  7. (7)

    Es ist angebracht, daß Antragsteller Unterlagen vorlegen, die die Informationen enthalten, die zur Bewertung der durch die vorgeschlagene Verwendung des Produkts entstehenden Gefahren notwendig sind. Es sind gemeinsame Kernangaben für Wirkstoffe und für Biozid-Produkte, in denen diese enthalten sind, erforderlich, um sowohl die um Zulassung nachsuchenden Antragsteller als auch diejenigen zu unterstützen, die die Bewertung für die Entscheidung über die Zulassung vornehmen. Ferner müssen für jede der unter diese Richtlinie fallenden Produktarten spezifische Anforderungen an die Unterlagen ausgearbeitet werden.

  8. (8)

    Es ist notwendig, zum Zeitpunkt der Zulassung von Biozid-Produkten sicherzustellen, daß sie bei sachgemäßer Verwendung für den beabsichtigten Zweck hinreichend wirksam sind, keine unannehmbaren Auswirkungen auf ihre Zielorganismen - wie Resistenz oder unannehmbare Toleranz - und im Fall von Wirbeltieren keine unnötigen Leiden oder Schmerzen verursachen und nach den derzeitigen wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt und insbesondere auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben.

  9. (9)

    Zur Gewährleistung eines harmonisierten Konzepts in den Mitgliedstaaten sind gemeinsame Grundsätze für die Bewertung und Zulassung von Biozid-Produkten erforderlich.

  10. (10)

    Die Mitgliedstaaten sollten nicht daran gehindert werden, zusätzliche Auflagen für die Verwendung von Biozid-Produkten vorzuschreiben, sofern diese zusätzlichen Auflagen mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar sind und insbesondere nicht den Bestimmungen dieser Richtlinie zuwiderlaufen. Hierdurch sollen die Umwelt sowie die menschliche und die tierische Gesundheit geschützt werden, und zwar beispielsweise im Wege der Seuchenbekämpfung sowie des Nahrungs- und Futtermittelschutzes.

  11. (11)

    Da sowohl die Wirkstoffe als auch die Biozid-Produkte, um die es hier geht, eine große Vielfalt aufweisen, sollten die Anforderungen an Unterlagen und Versuche den individuellen Umständen angepasst sein und zu einer Gesamtrisikobewertung führen.

  12. (12)

    Es ist notwendig, eine Gemeinschaftsliste der Wirkstoffe zu erstellen, die in Biozid-Produkten enthalten sein dürfen. Ein gemeinschaftliches Bewertungsverfahren ist vorzusehen, nach dem über die Aufnahme oder Nichtaufnahme eines Wirkstoffs in diese Gemeinschaftsliste entschieden wird, und es ist festzulegen, welche Informationen ein Antragsteller im Hinblick auf die Aufnahme eines Wirkstoffs in die Liste vorlegen muß. Die in der Gemeinschaftsliste aufgeführten Wirkstoffe sollten in regelmässigen Abständen überprüft und gegebenenfalls miteinander unter spezifischen Bedingungen verglichen werden, um die wissenschaftliche und technologische Entwicklung zu berücksichtigen.

  13. (13)

    Um in angemessener Weise zu berücksichtigen, daß von bestimmten Produkten lediglich ein niedriges Risiko ausgeht, sollten deren Wirkstoffe in einen besonderen Anhang aufgenommen werden. Stoffe, deren hauptsächliche Verwendung nicht die Schädlingsbekämpfung ist, die jedoch in geringerem Masse - entweder unmittelbar oder in einem Produkt, das den Wirkstoff sowie ein einfaches Verdünnungsmittel enthält - als Biozid zum Einsatz gelangen, sollten in einen eigenen besonderen Anhang aufgenommen werden.

  14. (14)

    Bei der Beurteilung von Wirkstoffen im Hinblick auf deren etwaige Aufnahme in die entsprechenden Anhänge dieser Richtlinie müssen hinsichtlich der Risikobewertung gegebenenfalls die gleichen Aspekte abgedeckt werden wie bei der Beurteilung im Rahmen der Richtlinie 92/32/EWG des Rates vom 30. April 1992 zur siebten Änderung der Richtlinie 67/548/EWG zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung gefährlicher Stoffe (9)  und der Verordnung (EWG) Nr. 793/93 des Rates vom 23. März 1993 zur Bewertung und Kontrolle der Umweltrisiken chemischer Altstoffe (10). Die mit der Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Wirkstoffen und hiermit behandelten Materialien verbundenen Risiken müssen daher in ähnlicher Weise geprüft werden, wie dies in den vorgenannten Rechtsakten vorgeschrieben ist.

  15. (15)

    Im Interesse des freien Verkehrs von Biozid-Produkten und von mit Biozid-Produkten behandelten Materialien sollte die von einem Mitgliedstaat erteilte Zulassung vorbehaltlich der besonderen Bedingungen dieser Richtlinie von den anderen Mitgliedstaaten anerkannt werden.

  16. (16)

    Selbst wenn harmonisierte Bestimmungen für alle Biozid-Produktarten, einschließlich der Bekämpfungsmittel gegen Wirbeltiere, vorgesehen werden sollten, so kann deren tatsächliche Verwendung zu Bedenken Anlaß geben. Den Mitgliedstaaten sollte daher vorbehaltlich des Vertrags die Möglichkeit gegeben werden, vom Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung bei Biozid-Produkten, die zu drei besonderen Arten von Bioziden gehören und als Bekämpfungsmittel gegen besondere Arten von Wirbeltieren eingesetzt werden, unter der Voraussetzung abzuweichen, daß derartige Ausnahmeregelungen gerechtfertigt sind und den Zweck dieser Richtlinie nicht in Frage stellen.

  17. (17)

    Es ist daher wünschenswert, daß ein System zum gegenseitigen Informationsaustausch eingeführt wird und daß die Mitgliedstaaten und die Kommission einander auf Wunsch die in Zulassungsanträgen für Biozid-Produkte vorgelegten Angaben und wissenschaftlichen Unterlagen zur Verfügung stellen.

  18. (18)

    Den Mitgliedstaaten muß die Möglichkeit gegeben werden, Biozid-Produkte, die den genannten Voraussetzungen nicht entsprechen, für einen begrenzten Zeitraum zuzulassen, insbesondere im Fall unvorhergesehener Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt, die mit anderen Mitteln nicht eingedämmt werden können. Das Gemeinschaftsverfahren sollte die Mitgliedstaaten nicht daran hindern, für einen begrenzten Zeitraum Biozid-Produkte in ihrem Gebiet zuzulassen, die einen noch nicht in die Gemeinschaftsliste aufgenommenen Wirkstoff enthalten, sofern sichergestellt ist, daß der Antragsteller den Gemeinschaftsauflagen entsprechende Unterlagen vorlegt und der betreffende Mitgliedstaat der Meinung ist, daß der Wirkstoff und das Biozid-Produkt den von der Gemeinschaft festgelegten Anforderungen entsprechen.

  19. (19)

    Es ist wesentlich, daß mit dieser Richtlinie dazu beigetragen wird, die Anzahl von Tests an Tieren auf ein Minimum zu beschränken, und daß die Durchführung von derartigen Tests von dem Einsatzzweck und der Verwendung eines Produktes abhängig gemacht wird.

  20. (20)

    Eine enge Abstimmung mit anderen Rechtsvorschriften der Gemeinschaft, insbesondere mit der Richtlinie 91/414/EWG, den Richtlinien über den Gewässerschutz und den Richtlinien über die Verwendung genetisch veränderter Organismen in geschlossenen Systemen sowie deren absichtliche Freisetzung sollte sichergestellt werden.

  21. (21)

    Die Kommission arbeitet technische Anleitungen aus, und zwar insbesondere für die Durchführung der Zulassungsverfahren, für die Aufnahme von Wirkstoffen in die entsprechenden Anhänge, für die Anhänge mit den Anforderungen an die Unterlagen sowie für den Anhang mit den gemeinsamen Grundsätzen.

  22. (22)

    Um die Einhaltung der Auflagen für zugelassene Biozid-Produkte beim Inverkehrbringen sicherzustellen, sollten die Mitgliedstaaten Vorkehrungen für eine entsprechende Kontrolle und Prüfung treffen.

  23. (23)

    Die Umsetzung dieser Richtlinie, die Anpassung ihrer Anhänge an die Entwicklung der technischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Aufnahme der Wirkstoffe in die entsprechenden Anhänge erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen der Kommission, den Mitgliedstaaten und dem Antragsteller. Das Verfahren des Ständigen Ausschusses für Biozid-Produkte bietet hierfür, falls es zur Anwendung kommt, eine geeignete Grundlage.

  24. (24)

    Zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission wurde am 20. Dezember 1994 ein "Modus vivendi" betreffend die Maßnahmen zur Durchführung der nach dem Verfahren des Artikels 189b EG-Vertrag erlassenen Rechtsakte (11) vereinbart.

  25. (25)

    Die Kommission wird den "Modus vivendi" anwenden auf die aus dieser Richtlinie folgenden Durchführungsbestimmungen, die sie zu erlassen beabsichtigt, einschließlich derjenigen betreffend die Anhänge IA und IB.

  26. (26)

    Die vollständige Umsetzung dieser Richtlinie, insbesondere ihres Überprüfungsprogramms, wird in den nächsten Jahren noch nicht erreicht werden. Die Richtlinie 76/769/EWG bildet daher einen Rahmen, um die Positivliste durch Beschränkung des Inverkehrbringens und der Anwendung bestimmter Wirkstoffe und Produkte sowie Produktgruppen zu ergänzen.

  27. (27)

    Bei dem Überprüfungsprogramm für Wirkstoffe müssen sonstige Arbeitsprogramme im Rahmen anderer gemeinschaftlicher Rechtsvorschriften, die die Prüfung oder Zulassung von Stoffen und Produkten betreffen, oder auch einschlägige internationale Übereinkünfte berücksichtigt werden.

  28. (28)

    Die Kosten für die Verfahren in Zusammenhang mit der Durchführung der Richtlinie müssen von denjenigen, die Biozid-Produkte in Verkehr bringen oder deren Inverkehrbringung anstreben, sowie von denjenigen, die die Aufnahme von Wirkstoffen in die entsprechenden Anhänge betreiben, übernommen werden.

  29. (29)

    Die Richtlinien über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz enthalten Mindestvorschriften für den Einsatz von Biozid-Produkten am Arbeitsplatz. Eine Weiterentwicklung der Vorschriften auf diesem Gebiet ist wünschenswert -

HABEN FOLGENDE RICHTLINIE ERLASSEN:

Redaktionelle InhaltsübersichtArtikel
  
Anwendungsbereich1
Begriffsbestimmungen2
Zulassung zum Inverkehrbringen von Biozid-Produkten3
Gegenseitige Anerkennung der Zulassungen4
Bedingungen für die Zulassung5
Überprüfung der Zulassung6
Aufhebung oder Änderung der Zulassung7
Anforderungen an die Zulassung8
Inverkehrbringen von Wirkstoffen9
Aufnahme von Wirkstoffen in Anhang I, IA oder IB10
Verfahren zur Aufnahme eines Wirkstoffs in Anhang I, IA oder IB11
Verwendung der im Besitz der zuständigen Behörden befindlichen Daten für andere Antragsteller12
Zusammenarbeit bei der Verwendung von Daten für weitere Zulassungsanträge13
Neue Informationen14
Ausnahmeregelungen15
Übergangsregelungen16
Forschung und Entwicklung17
Informationsaustausch18
Vertraulichkeit19
Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Biozid-Produkten20
Sicherheitsdatenblatt21
Werbung22
Giftinformationszentren23
Einhaltung der Vorschriften24
Gebühren25
Zuständige Behörden26
Kommissionsverfahren27
Ausschüsse und Verfahren28
Anpassung an den technischen Fortschritt29
Änderung oder Anpassung der Anhänge V und VI30
Zivilrechtliche und strafrechtliche Haftung31
Schutzklausel32
Technische Anleitungen33
Umsetzung der Richtlinie34
 35
 36
  
Anhänge: 
Liste der Wirkstoffe mit auf Gemeinschaftsebene vereinbarten Anforderungen zur Verwendung in Biozid-ProduktenAnhang 1
Liste der Wirkstoffe mit auf Gemeinschaftsebene vereinbarten Anforderungen zur Verwendung in Biozid-Produkten mit niedrigem RisikopotentialAnhang 1a
Liste der Grundstoffe mit auf Gemeinschaftsebene vereinbarten AnforderungenAnhang 1b
Gemeinsamer Kerndatensatz für WirkstoffeAnhang 2a
Gemeinsamer Datensatz für Biozid-ProdukteAnhang 2b
Zusätzliche Daten für WirkstoffeAnhang 3a
Zusätzliche Daten für Biozid-ProdukteAnhang 3b
Datensatz für WirkstoffeAnhang 4a
Datensatz für Biozid-ProdukteAnhang 4b
Biozid-Produktarten und ihre Beschreibung gemäß Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe a)Anhang 5
Gemeinsame Grundsätze für die Bewertung von Unterlagen für Biozid-ProdukteAnhang 6
(1) Amtl. Anm.:
Dieses Dokument ist lediglich eine Dokumentationsquelle, für deren Richtigkeit die Organe der Gemeinschaften keine Gewähr übernehmen
(2) Amtl. Anm.:
ABl. C 239 vom 3.9.1993, S. 3, ABl. C 261 vom 6.10.1995, S. 5, und ABl. C 241 vom 20.8.1996, S. 8.
(3) Amtl. Anm.:
ABl. C 195 vom 18.7.1994, S. 70, und ABl. C 174 vom 17.6.1996, S. 32.
(4) Amtl. Anm.:
Stellungnahme des Europäischen Parlaments vom 18. April 1996 (ABl. C 141 vom 13.5.1996, S. 191), gemeinsamer Standpunkt des Rates vom 20. Dezember 1996 (ABl.  C 69 vom 5.3.1997, S. 13) und Beschluß des Europäischen Parlaments vom 13. Mai 1997 (ABl. C 167 vom 2.6.1997, S. 24). Beschluß des Rates vom 18. Dezember 1997. Beschluß des Europäischen Parlaments vom 14. Januar 1998.
(5) Amtl. Anm.:
ABl. C 138 vom 17.5.1993, S. 1.
(6) Amtl. Anm.:
ABl. L 398 vom 30.12.1989, S. 19.
(7) Amtl. Anm.:
ABl. L 262 vom 27.9.1976, S. 201. Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/16/EG (ABl. L 116 vom 6.5.1997, S. 31).
(8) Amtl. Anm.:
ABl. L 230 vom 19.8.1991, S. 1. Richtlinie zuletzt geändert durch die Richtlinie 96/68/EG (ABl. L 277 vom 30.10.1996, S. 25).
(9) Amtl. Anm.:
ABl.  L 154 vom 5.6.1992, S. 1.
(10) Amtl. Anm.:
ABl. L 84 vom 5.4.1993, S. 1.
(11) Amtl. Anm.:
ABl. C 102 vom 4.4.1996, S. 1.