Arbeitswelt im Wandel | 27.07.2017

Sichere und gesunde Arbeit in Zeiten von Industrie 4.0

Sichere und gesunde Arbeit in Zeiten von Industrie 4.0 Die Arbeitswelt befindet sich in einem Wandel. Neue Technologien kommen insbesondere in Produktion, Logistik und Transport zum Einsatz. Daraus ergeben sich neue Handlungsfelder für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Der Sektor produzierendes Gewerbe in Deutschland ist groß: Insgesamt 15 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt damit zusammen. Im Zuge der Digitalisierung verändern sich Prozesse, Maschinen und Daten. Immer mehr Systeme bringen die Arbeit zwischen Mensch und Maschine näher zusammen. Beispielsweise Systeme, die künstliche Intelligenz einbeziehen, seien charakteristisch für die sogenannte Industrie 4.0. »Weil die Branchen unterschiedliche Technologieniveaus haben, verläuft der Prozess hin zu einer Industrie 4.0 unterschiedlich schnell«, sagt Dr. Michael Huelke, Experte für neue Technologien im Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA). Ob und inwiefern dadurch die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten beeinträchtigt oder gefördert werde, diese Frage stelle sich grundsätzlich. »Denken wir beispielsweise an Robotik oder Assistenzsysteme wie Datenbrillen: Sie sollen entlasten und unterstützen; sie bergen aber auch neue Unfallrisiken, können die Menschen überfordern oder in falscher Sicherheit wiegen.«

Für die gesetzliche Unfallversicherung stehen technologiebezogene Fragestellungen im Mittelpunkt von Präventionsüberlegungen. Dazu zählt zum Beispiel wie sich Datensicherheit in hoch vernetzten Systemen gewährleisten lässt oder welche Konzepte eine verlässliche Risiko- und Gefährdungsbeurteilung von sich selbst organisierenden Maschinen und Anlagen ermöglichen. Darüber hinaus müsse der Blick auch auf die Organisation fallen. Wichtig sei es, Arbeitsbedingungen noch stärker ganzheitlich zu beurteilen. Die selektive Betrachtung von Einzelaspekten – nur Sicherheit, nur Ergonomie oder nur kognitive Belastung – werde den komplexen Zusammenhängen in Industrie 4.0 nicht mehr gerecht, so Huelke.

Ansatzpunkte für zielgerichtete Prävention bietet ebenso der Mensch selbst. So Bedarf es bei Industrie 4.0 beispielsweise neue Kompetenzen in der Mitarbeiterführung – sei es aufgrund von Führen auf Distanz oder altersgemischter Teams. Weitere Komponenten sind mobiles Lernen oder angepasste Qualifikationsinhalte. Auf welche Handlungsfelder Unternehmen hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Anbetracht Industrie 4.0 achten sollten, dazu haben die gesetzliche Unfallversicherung und ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), ein Positionspapier veröffentlicht. Dieses diene als Kursbuch für die Prävention der kommenden Jahre.

Quelle/Text: DGUV, Redaktion arbeitssicherheit.de (SL)
Foto: © Ingo Bartussek – stock.adobe.com

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