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Anti-Stress-Initiative | 30.01.2012

Stressige Lücke im Arbeitsschutz schließen

Anti-Stress-Initiative Es gibt Regeln für die zulässige Lärmbelastung am Arbeitsplatz. Und es gibt Regeln zur Gestaltung des Arbeitsplatzes. Regeln zur Vermeidung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz hingegen gibt es nicht. Höchste Zeit für eine Anti-Stress-Initiative, meint die IG-Metall und fordert eine »Anti-Stress-Verordnung«. Ohne klare Regeln geht es einfach nicht.

Künftig soll Stress am Arbeitsplatz klar geregelt sein, um die Psyche von Arbeitnehmern zu entlasten und zu schützen. Das zumindest ist die Forderung der IG Metall an Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Für die Belastung durch Lärm oder die Gestaltung von Arbeitsplätzen gäbe es konkrete Schutzbestimmungen. Bei psychischen Belastungen aber klaffe eine »eklatante Schutzlücke«, sagt Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft. Arbeitnehmer könnten stark unter Stress gesetzt werden, ohne dass etwas dagegen unternommen wird.

Regeln zum Schutz der Arbeitnehmer

Die Lücke im Arbeitsschutz soll ein Katalog von Regeln und Vorgaben schließen, der für Unternehmen verbindlich ist. Das schütze nicht nur die Psyche der Arbeitnehmer, sondern entlaste auch das Gesundheitssystem. Laut des Statistischen Bundesamtes verursachen psychische Erkrankungen jährlich etwa 27 Milliarden Euro Behandlungskosten. Rechnet man die Folgekosten durch Arbeitsausfälle bei der Herstellung hinzu, ergibt sich schätzungsweise eine Summe von 53 Milliarden Euro. Vorbeugende Maßnahmen könnten dabei helfen, die Kosten zu senken.

Stress lässt sich regeln

Doch lässt sich Stress messen und durch klare Vorgaben reduzieren? Die Antwort von IG-Metaller Urban auf diese Frage lautet: Ja! Zum Beispiel ließe sich festlegen, dass die Arbeitstaktung an Fließbändern nicht kürzer als 1,5 Minuten sein dürfte. Gerade monotone Handlungsabläufe führten nachweislich zu starkem Stress. Auch für Projektarbeiten mit ausufernd langen Arbeitszeiten und überlappenden Projektphasen könnten klare Grenzen gezogen werden, die ein »Arbeiten ohne Ende« unmöglich machen.

Nur ein gesetzlich vorgegebenes Regelwerk zur Vermeidung psychischer Belastungen kann laut der IG Metall einen wirksamen Schutz von Arbeitnehmern bewirken. Und die Einführung drängt. Das Ergebnis einer Befragung unter Betriebsräten der IG-Metall hat ergeben, dass seit der Wirtschaftskrise der Stress und der Leistungsdruck zum Teil sehr stark zugenommen haben.

Text: arbeitssicherheit.de, igmetall.de
Foto: © leno2010 - Fotolia.com


Stressbelastung am Arbeitsplatz: Lesen Sie auch »Weg mit dem Stress!« >>
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