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Gesundheitsschutz | 21.09.2010

Raubt uns der Schlaf das Leben?

Der Mensch von heute versucht sowohl seine Arbeitswelt als auch das private Leben möglichst effizient und effektiv zu gestalten. Das allein hat zu einer Verkürzung seiner durchschnittlichen Schlafdauer um eine Stunde pro Tag geführt.

 

Gleichzeitig bringt die deutliche Zunahme der Schichtarbeit, aber auch die zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit von Freizeitangeboten mit sich, dass viele Menschen heute zu unterschiedlichsten Tageszeiten wachen und schlafen. Darunter leidet die Qualität des Schlafes, die auch von der »Inneren Uhr abhängt«, deutlich.

Ausreichend Schlaf ist lebenswichtig

Schlaf scheint also immer mehr zu einem disponiblen Gut, zu einer lästigen Pflicht zu werden, die vielleicht irgendwann nicht mehr ein Drittel unseres Lebens raubt, sondern ganz überwindbar erscheint. Andererseits zeigen wissenschaftliche Studien der letzten Jahre ganz eindeutig wie wichtig ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf für unsere psychische und körperliche Gesundheit sind. Ein- und Durchschlafstörungen sind zum Beispiel ursächlich beteiligt an der Entstehung psychischer Erkrankungen, vor allem Depressionen, und es zeigt sich zunehmend, dass Schlafstörungen ganz erheblich die Funktion des Gedächtnisses beeinträchtigen. Darüber hinaus leistet unzureichender Schlaf wahrscheinlich der Entstehung von Übergewicht und Zuckerkrankheit Vorschub, die zu den ganz wesentlichen Ursachen von Herzinfarkten und Schlaganfällen gehören. Macht uns also der Versuch auf Kosten des Schlafes möglichst immer und überall leistungsfähig zu sein am Ende psychisch und körperlich krank und leistungsunfähig?

Einladung zur Diskussion
Diskutieren über die gesundheitlichen Folgen der gesellschaftlich bedingten Veränderungen im Schlaf-Wach-Verhalten können Interessierte am Dienstag, den 5. Oktober 2010, von 13 bis 17 Uhr in Berlin. Dort findet das 10. DGPPN-Hauptstadtsymposium »Die schlaflose Gesellschaft. Kritische Betrachtung einer Hypothese« statt. Die Veranstaltung ist kostenlos.  Zur Online-Anmeldung hier ...

Quelle: DGPPN, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
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