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Werte, die sich durch Einführung eines Arbeitsschutz-Managementsystems (AMS) deutlich senken lassen. In Betrieben mit einem AMS entfallen auf 1.000 Vollarbeitnehmer weniger als 10 Arbeitsunfälle im Jahr. Ein Viertel der Fehlzeiten ist auf ungünstige Arbeitsbedingungen zurückzuführen. Erfahrungsgemäß können diese durch AMS kontinuierlich und nachhaltig verbessert werden - was sich in der Folge auch positiv auf die Ertragssituation des Unternehmens auswirkt.
Unternehmen, die Arbeitsschutz-Managementsysteme eingeführt haben, sehen über Prävention hinaus zahlreiche Vorteile:
Die Aleris Recycling GmbH stellt Aluminium-Gusslegierungen her und recycelt Aluminiumschrotte. In den neunziger Jahren hat das Unternehmen das Qualitätsmanagementsystem und das Umweltmanagementsystem zertifizieren lassen. Es ging vor der Einführung eines eigenen AMS darum, die vorhandenen Systeme zu verbinden. Für die Führungsspitze war klar, dass die Integration wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum war.
„In unserem Unternehmen wurde zunächst eine neue Stelle geschaffen, es wurde ein Managementsystem-Beauftragter ernannt", so Brenk. Diese Position ist bis heute mit einer Vollzeitkraft besetzt. Das Team bestand damals aus dem MS-Beauftragten, einem externen Berater für fachlichen Input sowie den jeweiligen Beauftragten für Umwelt, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung.
Im zweiten Schritt wurden die vorhandenen Systeme gesichtet. Wichtig war es, bestehende Strukturen weitgehend aufrecht zu erhalten. Die existierenden Dokumentationen für die verschiedenen Standorte wurden jedoch vereinheitlicht und zusammengefasst.
Die Vorlagen des Projektteams mussten auf Richtigkeit und Vollständigkeit in fast 40 Workshops geprüft und optimiert werden. »Es ging in diesen Sitzungen auch darum, eine einheitliche Sprache für ein und dieselbe Sache zu finden«, so Brenk. Beispiel: Was in dem einen Werk als »Kessel« bezeichnet wurde, nannten die Mitarbeiter an einem anderen Standort »Behälter«.
Brenk sah bei der Einführung des integrierten Systems ein Problem: Einerseits war es wichtig, Prozesse so abzubilden, dass sie auf Basis der Prozessbeschreibung laufend optimiert werden konnten. Dies erforderte einen hohen Grad an Detaillierung. Andererseits erschwert genau dieses den Umgang damit in der Praxis. Brenk weiß heute: »Es geht darum, nur die grundlegenden Prozesse und nicht jeden Handgriff bis ins Detail abzubilden«.
Auf Grundlage vorgegebener, computer-gestützter Dokumenten-Layouts entstand eine einheitliche Dokumentation, die für jeden Standort verbindlich und übertragbar sein sollte. Die Dokumente werden von den jeweiligen Prozesseignern freigegeben und auf Basis einer speziellen Software über das Intranet den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.
Das integrierte Managementsystem, kombiniert mit der IT-Lösung, hat dazu geführt, dass der Dokumentationsumfang um 20 Prozent reduziert werden konnte. Zertifizierungen sind durch aufeinander abgestimmte Audits wesentlich leichter. Führungskräfte wie Mitarbeiter identifizieren sich mit dem System und das Verständnis für die Wechselwirkungen von Prozessen bei den Mitarbeitern wurde deutlich gesteigert.
Eva-Maria NeuthingerBei dem Beitrag handelt es sich um einen Auszug des im arbeitssicherheit.journal 2.09 erschienenen umfangreicheren Artikels.